„Bin kein Hollywood-Star, sondern Charakterdarsteller“: Armin Mueller-Stahl.
Foto: Lars Landmann

„Stars gibt es im All“

Mit dem Phaeton zur Lesung / Armin Mueller-Stahl

Er ist einer der wenigen deutschen Weltstars: Armin Mueller-Stahl („Die Manns“) las kürzlich für die Buchhandlung Leuenhagen & Paris aus seinem Buch „Hannah“, einer bewegenden Geschichte über verlorene Illusionen, über die Liebe zur Musik und eine lebenslange Männerfreundschaft. Das Team Event-Marketing in Wolfsburg organisierte die Fahrt im Phaeton zum Maritim-Hotel in Hannover. „autogramm“ hatte Gelegenheit, mit dem sympathischen Multitalent zu plaudern.

Herr Mueller-Stahl, Sie sind Schauspieler, Regisseur, ausgebildeter Geiger, Zeichner und Maler. Gibt es eine Kunstform, die Sie nicht beherrschen?
Viele beherrsche ich nicht. Wissen Sie, diese Talente, die mir nachgesagt werden, sind Teil meines Wesens. Ich muss etwas tun. Kreativ zu sein ist der Sinn meines Lebens, glaube ich. Wenn das aufhört, kann ich auch in der Erde verschwinden. Ich habe so viel gespielt in meinem Leben, über 25 Jahre Theater und in weit über 100 Filmen, inklusive der Fernsehfilme. Nun reicht es, es sei denn, es kommt eine ganz tolle Charakterrolle wie der Professor Pnin von Nabokov. Jetzt möchte ich das machen, was ich will und mir immer schon vorgenommen hatte, nämlich malen – und schreiben.

Fällt Ihnen das Schreiben und Malen leicht?
Das Malen schon, das Schreiben nicht. Wenn ich den Vorrat aus meinem Kopf leergeschrieben habe, dann ist der Kopf wirklich leer. Wenn ich den Vorrat am Tag leergemalt habe, dann gehe ich spazieren, und der Vorrat ist wieder da. Das Malen ist ein heiterer, das Schreiben ist ein anstrengender Vorgang.

Ist Malen und Zeichnen eine Art Ausgleich für die Schauspielerei?
Ich habe mein ganzes Leben gezeichnet und sogar Zeichen-Tagebücher geführt. Aber nie mit dem Gefühl, etwas Besonderes zu machen, weil es mir so leicht fiel. Anders bei der Schauspielerei, die mir sehr schwer fiel. Wenn ich dort durch war, dachte ich: Du hast den Erfolg zurecht. Erst später habe ich begriffen, dass auch das Zeichnen einen Wert haben könnte. Als ich früher als Schauspieler wenig Erfolg hatte, habe ich mein wie Butter in der Pfanne geschmolzenes Selbstbewusstsein im Zeichnen wiedererlangt.
Die Hannah in Ihrer gleichnamigen Erzählung ist eine Geigen-Virtuosin, auch Sie sind ausgebildeter Geiger. Wie groß ist der autobiografische Anteil des Buchs?

Es gibt keinen autobiografischen Anteil. Im Vergleich mit der Hannah, die ich beschreibe, bin ich ein Stümper. Ich spiele Geige eher aus Entertainment-Gründen – und um mir selbst Spaß zu bringen. Die Musik hat mich aber schon ganz früh berührt. Das Wort hat mich interessiert, aber die Musik tief berührt.

„Hannah“ ist sehr positiv aufgenommen worden. Wie wichtig sind Ihnen Kritiken?
Wie jeder Mensch bekomme ich natürlich lieber positive Kritiken. Ich bin da keine Ausnahme (lacht). Es gibt solche und solche Kritiken. Auch welche, die unangenehm sind und wehtun, vor allem wenn sie stimmen. Es gibt aber auch Kritiken, die sagen mehr über den Kritiker selbst als über den Kritisierten aus.

Wie gehen Sie mit Titulierungen wie „Hollywood-Star“ um?

Das berührt mich nicht. Ich bin auch kein Hollywood-Star, ich bin Charakterdarsteller. Der Begriff „Star“ ist im Universum, im Weltall angesiedelt. Aber natürlich bin ich froh, dass die mich alten Zausel (lacht) im Alter von 58 Jahren dort noch genommen haben.

Sie sind im Dezember 74 geworden. Wie gehen Sie mit dem Älterwerden um?
Solange ich nach vorne schaue, es mir gut geht und ich Pläne habe, versuche ich das Alter einfach nicht zur Kenntnis zu nehmen. Aber das große Geheimnis unseres Lebens ist die Vergänglichkeit, darüber müssen wir uns im Klaren sein. In 20 Jahren sitzt hier vielleicht ein anderer. Und andere Journalisten stellen Fragen.

Welche Lebensphilosophie würden Sie uns Jüngeren auf den Weg geben?
Neulich hat mir jemand ein Buch zum Signieren gegeben und gesagt: Schreiben Sie mir doch bitte eine Lebensphilosophie rein (lacht). Nein, die müssen Sie schon für sich selbst entdecken. Oft sind die Dinge, die nebenbei passieren, am wichtigsten: wie jemand eine Zeitung aufschlägt oder eine Teetasse hält. Jeder 40-Jährige ist ja schon ein Filmstoff, wenn man genau hinsieht. Ich kann nur sagen: Unterwegs sein, nach vorne schauen – und machen, tun.

Sie sind mit dem Phaeton zur Lesung nach Hannover gekommen. Ihr Eindruck?
Ein sehr schönes Auto. Während der Fahrt habe ich wunderbar geschlafen.

Das Gespräch führten Dr. Michael Esders und Frank Sprengler.

INFO

Die Erzählung „Hannah“ ist im Berliner Aufbau-Verlag erschienen (ISBN 3-351-03024-X). „autogramm“ verlost je zwei Bücher und zwei Hörbücher des Weltstars, natürlich handsigniert. Eine Postkarte mit dem Stichwort „Armin Mueller-Stahl“ bitte an folgende Adresse:

Volkswagen AG, Redaktion „autogramm“, Brieffach 1977, K-GK-I, 38436 Wolfsburg

Einsendeschluss (es gilt das Datum des Poststempels) ist der 25. Februar. Oder Sie schicken uns eine E-Mail unter autogramm@volkswagen.de.

 
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