Präzision ist gefragt: Detlef Baake aus dem Lehrenbau liest mit einer Koordinaten-Messmaschine Referenzpunkte eines Meisterbock-Moduls ein.
Foto: MultimediaCentrum / Fischer


Messe-Premiere für Mess-Experten

In der Abteilung Prüfmitteltechnik, Prozessanalyse und Modellbau ist Feinarbeit gefragt

Für das, was sie leisten, ist Millimeterarbeit eine Untertreibung. Die Mitarbeiter der Abteilung Prüfmitteltechnik, Prozessanalyse und Modellbau (kurz: PP-V6) denken, rechnen und arbeiten im Bereich von zehntel Millimetern. Im Dezember präsentierten die Prüfmittel-Experten von Volkswagen ihr Know-how und ihr Produktspektrum auf der internationalen Modellbau-Messe „EuroMold“ in Frankfurt am Main. Im April geht’s dann zur „Control“ nach Sinsheim bei Heilbronn, einer Messe speziell für Messtechnik und Prüfmittel.

„Die Messeauftritte sind für uns eine Premiere“, sagt Joachim Schnäpel, Unterabteilungsleiter für Modell- und Lehrenbau. „Wir wollen unser Aufgabengebiet vorstellen, Kontakte knüpfen und mit möglichen Kunden ins Gespräch kommen.“ Zu den Kunden der Wolfsburger zählen nicht nur Rohbau, Presswerk, Schablonenbau und Qualitätssicherung bei Volkswagen- und anderen Konzernstandorten, sondern zunehmend auch Firmen außerhalb des Konzernverbunds. Bereits der erste Messeauftritt bei der „EuroMold“ habe großes Interesse bei externen Prüfmittelanbietern und Wettbewerbern aus der Automobilbranche geweckt, betont Schnäpel. „Wir hoffen, dass die Kontakte zu neuen Aufträgen führen und unsere Auslastung in nächster Zeit sichern.“

Das Aufgabengebiet ist äußerst umfangreich und vielfältig. „Wir fertigen nicht nur Prüfmittel, sondern wir konzipieren und konstruieren sie auch in Absprache mit unseren Kunden“, sagt Schnäpel. Auch der Aufbau und die Abnahme der Prüfmittel sowie die Prozessanalyse sind im Service inbegriffen. Zu den Prüfmitteln gehören beispielsweise die so genannten Cubing-Modelle. Der Cubing ist ein Qualitätsprüfmittel aus Aluminium, das von der Qualitätssicherung während der gesamten Laufzeit eines Fahrzeugs genutzt wird. Mit Hilfe des Cubings, einer Art Urmeter, können die Mitarbeiter der Qualitätssicherung bei Bauteilen ohne Messaufwand Abweichungen vom Sollmaß erkennen.

Weitere Prüfmittel sind Lehren, mit denen Kontur und Umriss von Einzelteilen geprüft werden, und Kontrollvorrichtungen für Anbauteile wie Türen, Front- und Hecklappen. Abweichungen in der Bündigkeit, der Lochlage und der Fugen werden dann mit Hilfe von Messuhren ermittelt. Allein für den Anlauf des neuen Golf fertigten die Wolfsburger 260 Prüfmittel für die Qualitätssicherung in den Werken Wolfsburg, Brüssel und Mosel.

Ein klassisches Feld ist der Modellbau, also die Herstellung von Gieß-, Ansichts- und Designmodellen. Daneben entstehen in der Abteilung, die zum Vorrichtungs- und Werkzeugbau gehört, Analysehilfsmittel wie Schraubmuster oder Musterteile für den Schablonenbau sämtlicher Volkswagen-Werke. Auch die Offline-Programmierung von Messprogrammen der Qualitätssicherung gehört zum Aufgabengebiet. 224 Mitarbeiter sind derzeit in den drei Unterabteilungen der PP-V6 tätig. „Unsere Arbeit umfasst die gesamte Prozesskette von A bis Z“, betont Schnäpel. Da erstaunt es nicht, dass auch der Messestand in Eigenregie gebaut wurde. -me-

 

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