Weniger wäre mehr: Varianten von Schaltknäufen.


Darf’s ein bisschen weniger sein?

Bauteilvarianten werten ein Auto auf, treiben aber häufig auch die Kosten unnötig in die Höhe

Bauteilvarianten wie unterschiedliche Schaltknäufe, Lenkräder oder Sitzbezüge machen ein Modell individueller und werten es auf. Gleichzeitig aber treiben Varianten, die vom Kunden nicht honoriert werden, Kosten in Entwicklung und Fertigung unnötig in die Höhe. „Varianten ja, aber nicht um jeden Preis“ könnte deshalb das Motto der Arbeitsgruppe „Variantenmanagement“ in der Technischen Entwicklung lauten. „Gerade in der frühen Phase der Entwicklung können bis zu vier Prozent der Gesamtkosten eines Fahrzeugs gespart werden, wenn Varianten sinnvoll reduziert werden“, erläutert Projektleiterin Andrea Saemerow.

Dass es sinnvoll ist, möglichst früh bei der Entwicklung eines neuen Fahrzeugs anzusetzen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, leuchtet ein. Schließlich kann eine Variante, die gar nicht erst entwickelt oder konstruiert wurde, keine Folgekosten bis hin zur Fertigung und Logistik nach sich ziehen. Ganzheitlichkeit heißt deshalb das Zauberwort. „Wichtig ist, den gesamten Produktentstehungsprozess von der Entwicklung bis hin zur Beschaffung und Logistik im Auge zu behalten“, so Saemerow. Das Team setzt auf eine Umkehr der Beweislast: Nicht wer die Vielfalt von Bauteilen einschränken möchte, muss sich rechtfertigen. Vielmehr braucht derjenige gute Gründe, der neue Varianten eines Bauteils für notwendig hält. Die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden sind dabei das entscheidende Kriterium. Gerade die Änderungen und Ergänzungen „in letzter Minute“ treiben häufig die Kosten in die Höhe. Für den Golf IV gab es beispielsweise 70 Varianten von Schaltknäufen, die sich teilweise nur in der Farbe einer Naht unterschieden.

Was honoriert der Kunde?

Unterstützt wird das Variantenmanagement durch das konzerneigene System „VAMOS“ (Variantenmanagement und -optimierungssystem). VAMOS schlüsselt Varianten nach Merkmalen wie Farbe oder Material auf und stellt sie grafisch wie einen Stammbaum dar. Die Software steht jedem Konzernmitarbeiter im Volkswagen Intranet zur Verfügung (unter Services/Systeme/Systeme der Produktentstehung). „Das System hilft, Transparenz zu schaffen und den Variantendschungel zu lichten“, erläutert IT-Projektleiter Dr. Steffen Hoppenstedt. „Dies ist eine wichtige Voraussetzung für ein ganzheitliches Variantenmanagement.“
Das Projekt „Variantenmanagement“, das durch einen Vorstandsbeschluss im Februar 2003 gestartet wurde, zahlt sich schon jetzt aus: So wurden beim neuen Golf allein bei den Bodenbelägen 126 Varianten eingespart, was über die ganze Laufzeit des Modells 5,6 Millionen Euro ausmacht. „Dies kann aber nur ein Anfang sein“, betont Saemerow. „Wir wollen das Bewusstsein dafür schärfen, dass es beim Variantenmanagement auf den Beitrag jedes Einzelnen ankommt.“
me


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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