Alles ist im Fluss

Das Wertstromdesign sorgt für schlanke Prozesse in der Fabrik

Braunschweig – „Alles fließt.“ Diese Weisheit des griechischen Philosophen Heraklit lässt sich auch auf eine Fabrik übertragen: Im Idealfall ist der Prozess vom Wareneingang bis zum Kunden ein durchgängiger Fluss, ein Wertstrom. In der Realität läuft nicht immer alles rund, der Wertstrom gerät ins Stocken: Durchlaufzeiten sind zu lang, es wird mehr oder weniger produziert als vom Kunden benötigt, es bilden sich unnötige Umlauf- und Lagerbestände, die die Sicht auf Probleme versperren. Wertstromdesign ist eine Methode aus dem Toyota-Produktionssystem, mit deren Hilfe man solche Schwachstellen aufdecken kann. Seit Herbst vergangenen Jahres wird Wertstromdesign im Werk Braunschweig eingesetzt.

„Wir haben über die Volkswagen Coaching 40 Mitarbeiter aus allen Bereichen darin ausgebildet, mit dieser Methode zu arbeiten“, sagt Michael Wegener, Unterabteilungsleiter in der Logistik und Verantwortlicher für das Thema Wertstromdesign am Standort. Vier Planungsprojekte wurden bereits mit Hilfe der Methode bearbeitet, um bei neuen Produkte schon im Vorfeld für eine schlanke Produktion zu sorgen. In der laufenden Fertigung dient Wertstromdesign dazu, Engpässe und Probleme aufzudecken und Nachfrageschwankungen auszugleichen.

Und so funktioniert’s: Im ersten Schritt geht ein Mitarbeiter buchstäblich mit Papier und Bleistift in die Fabrikhalle und zeichnet im Gespräch mit den Mitarbeitern den gesamten Ablauf in einer Produktfamilie, beispielsweise einer Achsfertigung, mit einfachen und festgelegten Symbolen auf: So steht ein Fabriksymbol für den Kunden oder Zulieferer, ein Dreieck für Bestände, ein dicker Pfeil für den Materialfluss. Wichtige Prozessdaten wie Rüst- oder Taktzeiten werden genau erfasst. „Wir betrachten die Produktlinie aus der Helikopter-Perspektive und erstellen eine Art Landkarte der Prozesse“, erläutert Wegener.

Holprinzip als Gegenmittel

Der zweite Schritt ist der Entwurf eines Soll-Zustands, also eines idealen Wertstroms mit schlanken und harmonischen Prozessen. Es werden Maßnahmen definiert, um schrittweise diesen Idealzustand zu erreichen und Verschwendung zu verhindern. Eine folgenschwere Verschwendungsart ist beispielsweise die Überproduktion. Hier wird früher oder schneller gefertigt als vom Kunden benötigt. Die Folge sind Lager- und Umlaufbestände, die Platz verbrauchen, Probleme verdecken und Kapital binden.

Eine Gegenmittel ist das so genannte Holprinzip, das am Standort Braunschweig flächendeckend eingeführt wird: Es wird wie in einem Supermarktregal immer nur das ersetzt, was tatsächlich vom Kunden entnommen wurde. Der reale Verbrauch des Kunden wird zum Schrittmacher für den gesamten Produktionsablauf – und alles kommt in einen harmonischen Fluss.

Wer mehr über das Thema wissen möchte, kann sich an Michael Wegener wenden (michael.wegener@volkswagen.de). me


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Zukunft ist blau

Nachhaltigkeits-Initiative BlueMotion
lesen Sie hierzu mehr...

Die Eos-Saison ist eröffnet

Das Cabriolet-Coupé steht ab 19. Mai bei den Händlern
lesen Sie hierzu mehr...

Spanisch-Klausur

Prozessklausur am Beispiel des Polo
lesen Sie hierzu mehr...

Darf‘s ein bisschen weniger sein

Varianten-Management spart Kosten
lesen Sie hierzu mehr...

Nach dem Kauf ist vor dem Kauf

Interview mit Dietmar Hildebrandt
lesen Sie hierzu mehr...

Der Tee macht´s

Ein Tag im Leben von Standortleiter Dietmar Korzekwa
lesen Sie hierzu mehr...

Fred Feuersteins Tochter stand Pate

Simulations-Programme helfen Entwicklern
lesen Sie hierzu mehr...

Alles ist im Fluss

Wertstromdesign sorgt für schlanke Prozesse
lesen Sie hierzu mehr...

Die Wiege der Göttin

Besuch im Werk Autoeuropa
lesen Sie hierzu mehr...

Ein Hobby à la carte

Thorsten Sommer sammelt Speisekarten
lesen Sie hierzu mehr...

Die „Wirtschaftswunder-Boys“ erinnern sich

Jubiläumsfeier im Werk Stöcken
lesen Sie hierzu mehr...

Niedersachsen im Radsport-Fieber

Die Volkswagen Sportförderung ist offizieller Partner
lesen Sie hierzu mehr...

Polonäse auf der Rennbahn

ADAC Volkswagen Polo Cup startet in die neue Saison
lesen Sie hierzu mehr...

„Da steht Anja drauf“

Die Kling-Schwestern fahren Touareg
lesen Sie hierzu mehr...

Affenstarke DVD

„King Kong“ kommt ins Wohnzimmer
lesen Sie hierzu mehr...