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Aufsichtsratsvorsitzender Ferdinand K. Piëch feierte seinen 75. Geburtstag
Zwei Tage vor der Hauptversammlung des Volkswagen Konzerns in Hamburg feierte unser Aufsichtsratsvorsitzender Prof. Dr. Ferdinand K. Piëch seinen 75. Geburtstag. „autogramm” gratuliert mit zwei Sonderseiten.

Empfang beim Papst: Benedikt XVI. begrüßt die Ehepaare Piëch und Winterkorn.

Ferdinand Piëch wurde am 17. April 1937 in Wien geboren. Als Enkel von Ferdinand Porsche, Schöpfer des legendären „VW Käfers”, wurde ihm die Liebe zum Automobil quasi mit in die Wiege gelegt. So befasste sich Piëch schon früh intensiv mit technischen Fragen und studierte anschließend an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich Ingenieurswissenschaften. Seine berufliche Laufbahn in der Automobilindustrie startete der junge Diplom-Ingenieur 1963 bei der Dr.-Ing. h.c. Porsche KG in Stuttgart. Dort war er in den folgenden Jahren unter anderem für die Motoren des legendären Porsche 911 und 904 verantwortlich. Eine seiner herausragenden Leistungen war die Entwicklung des Porsche 917. Von dieser Rennmaschine mit 560 PS-Zwölfzylindermotor, die direkt vom Zeichenbrett aus in Auftrag gegeben und gebaut wurde, entstanden zunächst 25 Stück. Das Fahrzeug wurde 1969 vorgestellt und entwickelte sich zu einem der erfolgreichsten Rennwagen der Welt.

Sein Name steht für bahnbrechende Entwicklungen

Piëch, der seit 1968 Entwicklungschef in Stuttgart war und die Gesamtverantwortung für den Motorsport bei dem Sportwagenbauer übernahm, stieg 1971 zum „Technischen Geschäftsführer” der Porsche KG auf. Als 1972 nach einem einstimmigen Beschluss der Familien Piëch und Porsche alle Familienmitglieder aus dem operativen Geschäft bei Porsche ausstiegen, wechselte Ferdinand Piëch zu Audi. 1975 wurde er Entwicklungsvorstand und 1988 schließlich Vorstandsvorsitzender der Marke. In seinen Jahren in Ingolstadt gelang es ihm mit seinem Team, das Image von Audi komplett zu drehen. „Vorsprung durch Technik”, lautete Piëchs Devise. Damit wurde die Marke mit den vier Ringen zum Premiumhersteller und zum ernst zu nehmenden Wettbewerber für BMW und Mercedes-Benz. Der Allrad-Antrieb „quattro” wurde entwickelt, die erste Vollaluminium-Karosserie im Audi A8 eingeführt, es gab den Audi 100 „Stromlinie” (Cw-Wert 0.29), den Fünfzylindermotor, die vollverzinkte Karosserie, den Diesel-Direkteinspritzer TDI sowie zahlreiche höchst attraktive Studien, wie beispielsweise den Audi quattro Spyder. Auch seine Liebe zum Motorsport pflegte Piëch bei Audi – zunächst im Rallyesport und später in der DTM – weiter und untermauerte damit den Image-Wandel der Marke.


Rückblick: Rennexperten im Gespräch.
Fotos: Archive der Volkswagen AG, Audi AG und „autogramm”

Der „Vater” des A8.

Mit Wirkung zum 1. Januar 1993 wechselte Ferdinand Piëch schließlich von Ingolstadt nach Wolfsburg und übernahm dort den Vorstandsvorsitz des Volkswagen Konzerns. Damals war das Unternehmen in schlechter Verfassung: zu hohe Kosten, geringer Absatz, Überkapazitäten. Neun Jahre später legte Piëch den Aktionären eine beindruckende Bilanz vor: Umsatz verdoppelt, Gewinn maximiert. Der Manager hatte aus dem angeschlagenen Konzern einen Global Player gemacht – und zudem in Deutschland neue Akzente gesetzt: Wolfsburg wurde als „Autostadt” zum Publikumsmagneten, die Gläserne Manufaktur in Dresden begeistert bis heute Besucher aus der ganzen Welt, der VfL Wolfsburg stieg mit VW-Unterstützung in die Fußball-Bundesliga auf.

Auch die Volkswagen Erfolgsgeschichte dieser Jahre basiert in weiten Teilen auf dem technischen Know-how von Ferdinand Piëch. Als er nach Wolfsburg kam, gab es 28 Modelle. Neun Jahre später waren es 65. Volkswagen stieg mit Phaeton und Touareg in die Oberklasse ein, weckte mit dem New Beetle neue Emotionen und setzte mit dem 3-Liter-Lupo früh Zeichen für Effizienz und Umweltfreundlichkeit. Parallel durften die Volkswagen Ingenieure mit neuen 12- und 16-Zylindermotoren höchste technische Kompetenz unter Beweis stellen. Zudem wurden mit Bentley, Bugatti und Lamborghini stolze Traditions-Marken Teil des Konzerns, sowie mit dem Einstieg bei Scania und MAN die Grundlage für den integrierten Nutzfahrzeugkonzern gelegt.


Vertraut: Aufsichtsratsvorsitzender und Vorstandsvorsitzender im Gespräch.

Seit dem 16. April 2002 steht Ferdinand Piëch an der Spitze des Aufsichtsrats der Volkswagen Aktiengesellschaft. Zum Abschluss seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender fuhr er an diesem Tag mit dem Einliterauto zur 42. Hauptversammlung nach Hamburg. Startpunkt der 237 Kilometer langen Teststrecke war das Werksgelände in Wolfsburg, Ziel das Stadtzentrum von Hamburg. Am Ende der Fahrt stand ein Verbrauch von nur 0,89 Litern auf 100 km bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 71,5 km/h. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung titelte: „Ein unheimlich starker Abgang”. Der Leitartikel kam 2002 eindeutig zu früh. Bis heute hat das Wort des „Automobilmanagers des Jahrhunderts” – weit über den Volkswagen Konzern hinaus – in der ganzen Automobilwelt großes Gewicht.


Auszeichnungen und Ehrungen

1984Ehrendoktor der TU Wien
1997Ehrendoktor der Ben-Gurion-Universität
1999Ehrendoktor der ETH Zürich, „Automobilmanager des 20. Jahrhunderts” der Global Automotive Elections Foundation, Ehrenbürger der Stadt Zwickau
2001Ehrenbürger der Stadt Ingolstadt
2002Ehrenbürger der Stadt Wolfsburg,
Wilhelm-Exner-Medaille
2011„Wichtigster Manager seit 1971” vom manager magazin
FOTOSTRECKE


Mögen sich: Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Ferdinand Piëch und Martin Winterkorn.


Ein Bild aus seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Aktiengesellschaft.

Vorstellung des permanenten Allradantriebs „quattro” in Genf.


Mit Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg beim GTI-Treffen am Wörthersee in Reifnitz.


Ein starkes Team: An der Seite seiner Ehefrau Ursula Piëch.

Am Schreibtisch in den 80er Jahren: Der Vorstand für Technische Entwicklung bei Audi studiert die Fachpresse.


Bürgermeister Adolf Stark begrüßt Ferdinand Piëch beim GTI-Treffen in Reifnitz.


Oberklasse: Mit der Neuauflage des Flaggschiffs der Marke Volkswagen in der Gläsernen Manufaktur in Dresden.

Auf großer Fahrt nach Hamburg: Im April 2002 reiste der Vorstandsvorsitzende zur Hauptversammlung mit dem Einliterauto von Wolfsburg nach Hamburg. Foto: Jürgen Skarwan

Martin Winterkorn

Grußwort Martin Winterkorn

Was wäre die Automobilwelt ohne Ferdinand Piëch? Er war es, der Audi als Chefentwickler und Vorstandschef seit den 70er Jahren zum „Vorsprung durch Technik” verholfen hat. Er war es, der Volkswagen seit den 90er Jahren aus dem Tal zu neuer Stärke führte. Und er war es, der unseren Weg zum globalen Mobilitätskonzern geebnet hat, als davon noch kaum einer zu träumen wagte.

Ferdinand Piëch hat den Volkswagen Konzern und die gesamte Industrie über die vergangenen fünf Jahrzehnte geprägt wie kein zweiter – als genialer Techniker, als erfahrener Automacher und als visionärer Unternehmenslenker. Dafür stehen technologische Meilensteine wie der quattro-Antrieb, der TDI-Motor, das Doppelkupplungsgetriebe, die erste vollverzinkte Karosserie oder der Audi Alu-Space-Frame. Dafür stehen die Integration von Bentley, Bugatti, Lamborghini, Scania und MAN in die Volkswagen Konzernfamilie sowie das Zusammengehen mit Porsche. Und dafür stehen vor allem zahlreiche, legendäre Fahrzeuge: vom Porsche 917 über den Audi 80 bis zum A8, vom Drei-Liter-Lupo bis zum Phaeton.

Der Bugatti Veyron mit seinen 1001 PS und das Ein-Liter-Auto verkörpern die Philosophie von Ferdinand Piëch: Immer an die Grenzen des Machbaren gehen, das scheinbar Unmögliche fordern, sich nie mit dem Erreichten zufrieden geben. Ferdinand Piëch macht keine Kompromisse. Manche nennen das hart. Aber wer ihn kennt, der weiß, dass es ihm bei aller Konsequenz immer um das Wohl des Unternehmens und der Mitarbeiter geht. Was mich in den 30 Jahren unserer Zusammenarbeit immer wieder beeindruckt hat: Ferdinand Piëch denkt Jahrzehnte im Voraus. Ihm geht es nicht um den schnellen Erfolg oder das nächste Quartalsergebnis. Ihm ging und geht es darum, den Volkswagen Konzern langfristig zur Nummer Eins zu machen: mit wegweisender Technik und begeisternden Fahrzeugen, aber genauso mit sicheren Arbeitsplätzen und einem umfassenden Verständnis gesellschaftlicher Verantwortung. Für mich ist Ferdinand Piëch damit Unternehmer im besten Sinne des Wortes. Und auf dieser Grundlage hat er wie keine andere Persönlichkeit unserer Branche Technik- und Automobilgeschichte geschrieben.

Wer Ferdinand Piëch kennt und ihn bei der Arbeit erlebt, der spürt: Dieser Mann ist fest verwurzelt im Volkswagen Konzern. Er identifiziert sich zutiefst mit unseren Marken, Fahrzeugen und den Menschen im Unternehmen. Das gilt in besonderem Maße für die Heimatregion von Volkswagen, Niedersachsen, der er sich seit den Besuchen bei seinem Großvater Ferdinand Porsche in Kindertagen eng verbunden fühlt.

Auch deshalb können wir uns glücklich schätzen, dass Herr Dr. Piëch sein Wissen, seine Erfahrung und seine ganze Kraft weiterhin in den Dienst unseres Konzerns, unserer Kunden und Mitarbeiter stellt. Ich bin überzeugt: Mit ihm an der Spitze des Aufsichtsrats ist Volkswagen hervorragend gerüstet für die nächsten Etappen auf unserem Weg zum führenden Mobilitätskonzern der Welt.

In diesem Sinne gratulieren der Volkswagen Konzern und die gesamte Volkswagen Mannschaft unserem Aufsichtsratsvorsitzenden von ganzem Herzen zum 75. Geburtstag.

Martin Winterkorn


Grußwort Bernd Osterloh

Professor Dr. Piëch hat den Vorstandsvorsitz von Volkswagen in einer der wohl schwierigsten Phasen des Unternehmens übernommen. In dieser Phase hat er nicht nur bewiesen, dass er ein genialer Ingenieur ist, sondern dass er auch ein Unternehmer mit einer hohen sozialen Kompetenz ist. Dies zeigt schon die Tatsache, dass er als Vorstandsvorsitzender die Vier-Tage-Woche einer Entlassung von Tausenden von Menschen vorgezogen hat. Wolfsburg und die gesamte Region verdanken ihm viel. Ferdinand Piëch hat mit seinen technischen Errungenschaften – vom Quattro, über den Direkteinspritzenden-Diesel, das DSG-Getriebe bis hin zur Plattformstrategie – den heutigen Erfolg des Volkswagen Konzerns erst möglich gemacht. Mit dem Einsatz von Magnesium, Aluminium und Carbon setzte Dr. Piëch bereits zu einer Zeit Maßstäbe im Leichtbau, die bis heute spritsparende Konzepte prägen. Der Drei-Liter-Lupo und der Audi A2 und A8 waren hierfür bereits vor vielen Jahren bedeutende Beispiele.


Bernd Osterloh

In seiner Zeit als Vorstands- und Aufsichtsratsvorsitzender ist Volkswagen zum einzig echten Mehrmarkenkonzern geworden. Das Unternehmen lebt seine Philosophie bis heute – und wir wünschen ihm, dass er die Geschicke unseres Konzerns noch weit über seinen 75. Geburtstag hinaus gemeinsam mit uns gestaltet.

Bernd Osterloh


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