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Projekt Gläserner Prototyp / RFID-Transponder schaffen Transparenz
Prototypen-Bauteile aus Versuchsfahrzeugen haben einen Lebenslauf. Sie werden hergestellt, geliefert, ein- und ausgebaut, womöglich verändert oder unter unterschiedlichen Bedingungen getestet. Diesen Lebenslauf im Entwicklungs- und Erprobungsprozess genau zu kennen, ist für Entwickler äußerst wichtig. Das Projekt Gläserner Prototyp im Vorseriencenter der Technischen Entwicklung in Wolfsburg schafft hier Transparenz – unter anderem mit RFID-Transpondern.

Automatisch: Im RFID-Gate wird das Fahrzeug ausgelesen. Umständliche Ein- und Ausbauten gehören der Vergangenheit an.

Funkchips wie die RFID-Transponder sind in der Logistik schon längere Zeit im Einsatz, um Behälterströme sichtbar zu machen. Jetzt werden diese Chips auch genutzt, um erprobungsrelevante Bauteile von Prototypen zu kennzeichnen. Der Vorteil: Die Chips können ohne großen Aufwand kontaktlos ausgelesen werden. Dazu fährt das Fahrzeug beispielsweise durch ein so genanntes RFID-Gate. Das angeschlossene IT-System dokumentiert im selben Moment, welche Teile im Fahrzeug verbaut sind und welche Vorgeschichte diese Komponenten haben. Außerdem können die Konstrukteure jederzeit mobile Lesegeräte nutzen.
„Die Bauzustandsdokumentation mit Hilfe von RFID-Chips spart Zeit und Kosten“, erläutert Projektleiter Malte Schmidt. „Denn umständliche Recherchen sowie Ein- und Ausbauten zur technischen Verifikation sind nicht mehr nötig.“

Das Team des AutoID-Centers entwickelt im Vorseriencenter Verfahren zur Kennzeichnung von Teilen mit Hilfe der RFID-Technologie. Ziel ist, die Qualität und Effizienz im Erprobungsprozess weiter zu verbessern. Die technische Machbarkeit hat das Team bereits in mehreren Pilotversuchen nachgewiesen. Ein weiterer Pluspunkt: Die neue Lösung ist mit herkömmlichen Verfahren wie Barcodes und so genannten DataMatrix-Codes kompatibel.


Ganz wichtig sind eindeutige Standards, an die sich auch die Zulieferer halten und die über die Konzernwelt hinaus gelten. Hier ist das Team einen großen Schritt vorangekommen, wie Hanno Wolff, Leiter Zentrale Steuerung und Logistik im Vorseriencenter, erklärt: „Wir haben uns über den Verband der Automobilindustrie (VDA) mit anderen Herstellern abgestimmt und eine unternehmensübergreifende Lösung vereinbart.“ Das Ergebnis spiegelt sich in einer Industrieempfehlung des VDA und einer neuen konzernweit gültigen VW-Norm wider.
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts ist, dass die Lieferanten die Prototypenbauteile zuverlässig kennzeichnen. Dafür muss in der Lastenheftphase festgelegt werden, ob die Bauteilkennzeichnung mit Hilfe der neuartigen DataMatrix-Codes und RFID-Transponder erfolgen soll. Wer Fragen zum Thema hat, kann sich mit dem AutoID-Center (EVZ/A) in Verbindung setzen: gpt@volkswagen.de. me


Mit Handgerät: Cornelia Utta und Björn Deppe lesen im Motorraum verbaute Prototypenteile aus.