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Hauptversammlung der Volkswagen AG in Hamburg / Glänzende Zahlen und überzeugender Ausblick
Beifall brandete auf, als Prof. Dr. Martin Winterkorn Volkswagen als „Juwel für jeden Anleger“ bezeichnete. Kein Wunder, denn der Konzernchef präsentierte den 3600 Aktionären und Gästen auf der 48. Ordentlichen Hauptversammlung der Volkswagen AG im Congress Center Hamburg (CCH) glänzende Zahlen – und einen Ausblick, der trotz der Risiken für die weltweite Wirtschaftsentwicklung optimistisch stimmte.


Prof. Dr. Martin Winterkorn spricht zu den Aktionären

Winterkorn konnte auf historische Rekorde bei Absatz, Umsatz und Ergebnis im vergangenen Jahr und auf ein äußerst erfolgreiches erstes Quartal 2008 verweisen. „Mit rund 1,57 Millionen Auslieferungen haben wir das Vorjahresergebnis um sieben Prozent übertroffen. Damit sind wir viermal stärker gewachsen als der Weltmarkt.“

Im April habe sich dieser Trend fortgesetzt. Der Volkswagen Konzern werde in den ersten vier Monaten 2008 erstmals über zwei Millionen Fahrzeuge an seine Kunden ausgeliefert haben. „Aufgrund sinkender Kosten, besserer Prozesse und unserer Modelloffensive gehen wir davon aus, dass der Volkswagen Konzern 2008 die Rekordwerte des Vorjahres bei Auslieferungen, Umsatz und Operativem Ergebnis erneut übertreffen wird“, so Winterkorn. Geschenkt werde dem Unternehmen indes nichts, denn die Automobilindustrie bewege sich derzeit in „rauer See“.

„Wir werden unsere Strategie konsequent weiterverfolgen“

Auch für seine Aktionäre habe das Unternehmen nachhaltig Wert geschaffen, unterstrich der Konzernchef. Dies zeige sich nicht zuletzt an der besten Kursentwicklung aller börsennotierten Autobauer und an einem Dividendenvorschlag auf Rekordniveau.

Mit Porsche und dem Land Niedersachsen als größten Anteilseignern stehe der Volkswagen Konzern auf solidem Fundament, so Winterkorn. Er begrüßte die Ankündigung von Porsche, die Aktienmehrheit am Volkswagen Konzern übernehmen zu wollen.


Auf der Automobilausstellung des Konzerns herrscht Messeatmosphäre


Martin Winterkorn und Aufsichtsratschef Prof. Dr. Ferdinand Piëch im Gespräch

„Dieser Schritt zeigt, wie nachhaltig das Engagement der Eignerfamilien von Porsche ist.“ Auf dem Weg des Zusammenwachsens gebe es aber noch einige Hürden zu meistern, sagte der Vorstandsvorsitzende. „Ungeachtet der nächsten Schritte auf diesem Weg kann ich Ihnen für den Volkswagen Vorstand folgendes sagen: Wir werden unsere Strategie konsequent weiterverfolgen. Wir haben klare Ziele und Aufgaben definiert, um den Konzern auf seinem profitablen Wachstumskurs voranzubringen. Und daran werden wir mit voller Konzentration weiterarbeiten.“
Viele Aktionärsvertreter zeigten sich erfreut über „die hervorragenden Geschäftszahlen“, wollten aber wissen, ob und wie die geplante Mehrheitsübernahme durch Porsche die zukünftige Unternehmensstrategie beeinflusst.

Am Abend stimmten sie über eine Änderung der Volkswagen Satzung ab: Die Porsche Automobil Holding SE hatte als Reaktion auf das Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) beantragt, in der Satzung die für wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung nötige qualifizierte Mehrheit von derzeit 80 Prozent auf 75 Prozent zu senken. Das Land Niedersachsen, das knapp über 20 Prozent an Volkswagen hält und damit über eine Sperrminorität verfügt, hat einen anderslautenden Antrag gestellt und forderte, das Vetorecht beizubehalten. Beide Anträge verfehlten die erforderliche Mehrheit. Neu in den Aufsichtsrat wurden Wolfgang Porsche, Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff und der niedersächsische Wirtschaftsminister Walter Hirche gewählt. me


Der Geschäftsbericht ist bei Aktionären und Gästen begehrt


INFO

Rund 1000 Volkswagen Mitarbeiter aus verschiedenen Standorten demonstrierten am Rande der Hauptversammlung in Hamburg für Mitbestimmung und ein neues VW-Gesetz. Gleichzeitig fanden an den Volkswagen Standorten zahlreiche dezentrale Informationsveranstaltungen statt, an denen sich nach Angaben des Betriebsrats mehr als 80000 Mitarbeiter beteiligten. Die Betriebsräte informierten unter anderem über den Mitbestimmungsstreit mit der Porsche Automobil Holding SE.

Das Quartal der Rekorde

Volkswagen fährt weiter auf Rekordkurs: Im ersten Quartal des Jahres 2008 lieferte der Konzern mehr Fahrzeuge aus, steigerte den Umsatz und legte beim Gewinn kräftig zu. Der Volkswagen Konzern lieferte in den ersten drei Monaten weltweit 1,57 Millionen Fahrzeuge aus, dies entspricht einem Wachstum von 7 Prozent. Der Umsatz nahm um 1,4 Prozent auf 27 Milliarden Euro zu. Das Operative Ergebnis erhöhte sich um 21 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Nach Steuern wurde ein Ergebnis von 929 Millionen Euro erwirtschaftet – ein Plus von rund 26 Prozent.


Die hohe Akzeptanz der attraktiven Modellpalette des Konzerns schlug sich auch in der Ertragskraft der einzelnen Marken nieder: Alle Marken des Konzerns konnten ihr Operatives Ergebnis verbessern. Die Marke Volkswagen Pkw erhöhte von Januar bis März ihr Operatives Ergebnis auf 461 (Vorjahresquartal 386) Millionen Euro.