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Der Werkzeugbau Marke Volkswagen nahm eine einzigartige Hochleistungsfräsmaschine in Betrieb
Dass der Werkzeugbau Marke Volkswagen im Werk Wolfsburg stetig verändert und modernisiert wird, ist bei einem Rundgang kaum zu übersehen. Ein besonders wichtiger Termin stand Mitte Mai auf dem Programm: die offizielle Inbetriebnahme einer bisher weltweit einzigartigen Hochgeschwindigkeitsfräsmaschine. Der Leiter des Maschinenzentrums im Werkzeugbau, Roland Schöbel, hat die Maschine gemeinsam mit den Fachleuten der Firma Heyligenstaedt aus Gießen entwickelt. Unterstützt wurde er dabei vom Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) Chemnitz.


Wie schnell die Zeit vergeht: Eben war hier noch eine Baustelle, jetzt zerschneidet Gerd Rupp symbolisch das blaue Band zur Inbetriebnahme­ der neuen Hochleistungsfräsmaschine in Halle 17.
Fotos: MultimediaCentrum / Wecke

Doch bevor in Halle 17 die „Heynuform 4000“ in Betrieb gehen konnte, waren zwei Jahre intensiver Arbeit nötig. Die alten, vier Meter tief liegenden Fundamente aus den 1970er Jahren wurden zwei Meter tief abgetragen. 100 Lkw-Ladungen Stahlträger und Aushub wurden aus der Halle hinaus und ebenso viele Lkw-Ladungen mit Stahlträgern und Beton wieder in die Halle hinein transportiert. „Die neue Maschine besteht zu 80 Prozent aus Beton“, macht Schöbel deutlich. Das gesamte Fundament wiegt 100 Tonnen. „Da wackelt nichts“, lacht der Fachmann.
Insgesamt 6,6 Millionen Euro sind investiert worden, unter anderem auch für den Umbau zweier älterer Fräsmaschinen. „Die neuen Hochleistungsfräsmaschinen in unserem Maschinenzentrum sind eine wichtige wegweisende Investition für die Zukunft“, sagt Gerd Rupp, Leiter Werkzeugbau Marke Volkswagen.

„Eine wegweisende Investition für die Zukunft“


 


 


 

Die Fräsbearbeitung ist Teil des Werkzeugherstellungsprozesses. Gefräst werden die Oberflächen auf Gusskörpern für Türen, Seitenteile oder Frontklappen. „Die Genauigkeit der Maschine unterstützt letztlich die gesamte spätere Anmutungsqualität und ist somit auch ein Beitrag zur Produktivitätssteigerung“, macht Rupp deutlich. „Je genauer wir fräsen, desto besser die Oberflächenqualität.“
15 Prozent schneller als andere derzeit im Markt verfügbare Technik ist die neue Maschine. Und sie arbeitet wesentlich genauer: Plus/minus zwei Hundertstel Abweichungen werden maximal gemessen, früher waren es fünf Hundertstel. Im Unterschied zur alten Maschine, bei der das Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik (IWU) Chemnitz Temperaturschwankungen von bis zu vier Grad im Laufe des Fräsprozesses gemessen hatte, was durchaus zu Ungenauigkeiten führen konnte, ist die Temperatur jetzt konstant. „Die Maschine erfasst automatisch auch die Hallentemperatur und gleicht diese aus“, so Schöbel.


Prüfende Blicke: Roland Schöbel (l.) erläutert, wie schnell und präzise jetzt gefräst wird. Gerd Rupp (M.) und der Geschäftsführende Gesellschafter der Firma Heyligenstaedt, Gerald Knöß (r.), sind sehr zufrieden.

Drei weitere baugleiche Maschinen werden jetzt im Konzern aufgestellt, die erste bei AutoEuropa in Portugal, zwei weitere in Neckarsulm und Ingolstadt. „Natürlich sind wir stolz, dass wir die Ersten weltweit sind, die mit dieser hochdynamischen Maschinentechnik arbeiten“, so Rupp. mh