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Volkswagen Mitarbeiterin Martina Müller feierte mit dem VfL den Gewinn der Champions League, des DFB-Pokals und der deutschen Meisterschaft
Zwei Schreibtische, zwei Computer, zwei Stühle, zwei Telefone – ein ganz normales Zweier-Büro im Herzen des Werkes Wolfsburg. Hier, wenige Meter von der Mittelstraße entfernt, arbeitet Martina Müller im Volkswagen Mobilitätsservice. Nebenbei ist die 33-Jährige eine der erfolgreichsten deutschen Fußballerinnen. Mit dem Bundesligisten VfL Wolfsburg gewann sie im vergangenen Monat die Champions League, den DFB-Pokal und die deutsche Meisterschaft. „autogramm” sprach mit der Offensivspezialistin über …


Champions-League-Sieger: Durch einen 1:0-Sieg über Titelverteidiger Olympique Lyon setzte sich der VfL in London die europäische

… die Wertigkeit der drei
gewonnenen Titel:

„Die Meisterschaft zu erringen, war ein riesiges Erlebnis und ein großer Erfolg. Dieser Titel hat die größte Bedeutung, denn in der Liga muss man eine ganze Saison seine Leistung bringen. Alle anderen Erfolge sind eine wunderbare Zugabe. Vor allem sagen zu können, in der besten Vereinsmannschaft Europas zu spielen, ist klasse.”

... die Wichtigkeit ihrer insgesamt drei Tore in den Endspielen um den DFB-Pokal und die Champions League:
„Jede Spielerin hat ihren Anteil am Erfolg. Ich habe aufgehört, meine Leistung nur an Toren zu messen. Vielleicht ist das darauf zurückzuführen, dass ich älter und erfahrener geworden bin. Außerdem bin ich in dieser Saison von der Stürmerin zur Mittelfeldspielerin umfunktioniert worden und habe viele Wege nach hinten erledigt.”

… die Bedeutung des Frauenfußballs
in Wolfsburg:

„Wir haben immer mehr Zuschauer, was uns ungemein freut. Zu unserem harten Fan-Kern sind in dieser Saison immer mehr Besucher hinzugekommen, die erst einmal hineingeschnuppert haben und dann bei uns geblieben sind. Topspiele durften wir sogar in der Volkswagen Arena bestreiten – vor 8000 Zuschauern. Das waren schöne Erlebnisse.”

… Vergleiche mit dem Männerfußball:
„Sie haben mich nie gestört, sind aber gar nicht anzustellen. Wenn man zum Beispiel Tennis sieht, erreichen Männer ganz andere Aufschlaggeschwindigkeiten als Frauen. Und beim 100-Meter-Lauf sind die Zeiten, die Männer erzielen, ganz andere als die von Frauen. Das hängt schlicht und einfach mit dem unterschiedlichen Körperbau zusammen. Und das führt auch zu einer anderen Art von Fußballspiel.”


Deutscher Meister: Nach dem 4:0-Erfolg im letzten Saisonspiel gegen Bad Neuenahr bejubelten die VfL-Fußballerinnen in der Volkswagen Arena ihren ersten Titel.


DFB-Pokalsieger: Durch einem 3:2-Erfolg über Potsdam sicherten sich die Wolfsburgerinnen ihren zweiten Titel. Bundespräsident Joachim Gauck überreichte in Köln den begehrten Pott.
Fotos: picture-alliance/dpa, MultimediaCentrum/ Snatzke

… die Frauenfußball-Europameisterschaft, die vom 10. bis 28. Juli in Schweden ohne Martina Müller stattfinden wird:
„Es war die richtige Entscheidung, dass ich Ende vergangenen Jahres nach 101 Länderspielen meine Nationalmannschafts-Karriere beendet habe. Ich bin froh, dass ich bald in Ruhe in Urlaub gehen und mich erholen kann. Selbstverständlich werde ich die EM vor dem Fernseher verfolgen. Ich drücke alle Daumen und hoffe, dass Deutschland gewinnt, planbar ist das aber nicht. Das haben wir vor zwei Jahren bei der WM im eigenen Land gesehen, als wir durch eine 0:1-Niederlage gegen Japan überraschend ausgeschieden sind.”

…die Aussichten des VfL für die im September beginnende neue Saison:
„Es ist leichter, Titel zu gewinnen als zu verteidigen. Vor uns liegt deshalb eine schwierige Saison, denn jeder wird uns jagen. Positiv ist, dass der Verein uns Druck nimmt und es nicht zur Pflicht macht, im nächsten Jahr wieder drei Titel zu gewinnen. Schön wäre es aber …”

Das Gespräch führte Marc Rotermund.

FOTOSTRECKE


Oft am Telefon: Martina Müller arbeitet im Mobilitätsservice von Volkswagen.


Riesige Freude: Seit acht Jahren spielt Martina Müller beim VfL. Den Gewinn des Triples feierte sie ausgiebig.

Schnell die Mails checken: Martina Müller am PC ihres Büros in der Nähe der Mittelstraße.