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Ein Jahr vor der Weltmeisterschaft: Markenbotschafter Pelé erinnert sich an die erste WM in Brasilien und verrät seine Favoriten 2014
Pelé – Sport-Fans schnalzen mit der Zunge, wenn sie diesen Namen hören. Der Brasilianer gehört zu den besten und erfolgreichsten Fußballern aller Zeiten und trägt unter anderem die Titel Weltfußballer des 20. Jahrhunderts und Sportler des Jahrhunderts. Mit der brasilianischen Nationalmannschaft feierte der heute 72-Jährige gleich drei Weltmeister-Titel: 1958 in Schweden, 1962 in Chile und 1970 in Mexiko. Mit dem brasilianischen Spitzenklub FC Santos, dem er 18 Jahre die Treue hielt, feierte er 26 Titel, bevor er zum Abschluss seiner Karriere drei Jahre für Cosmos New York in der US-Profiliga spielte. „autogramm” befragte den Volkswagen Markenbotschafter ein Jahr vor der WM 2014 in Brasilien zu seinen Erwartungen, Hoffnungen und Titelfavoriten und blickte mit ihm auch zurück auf die erste Fußball-Weltmeisterschaft auf brasilianischem Boden vor 63 Jahren.


Foto: picture-alliance / dpa

Pelé, der Countdown läuft: In einem Jahr beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft in Ihrer Heimat Brasilien mit Zehntausenden von Gästen aus aller Welt...
Pelé: Wir Brasilianer möchten, dass Menschen aus der ganzen Welt im nächsten Jahr zu uns kommen. Ich wünsche mir, dass sie eine tolle Zeit erleben werden. Außerdem wünsche ich mir, dass Brasilien den Weltmeistertitel holt.

Als 1950 zum ersten Mal eine Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien stattfand, waren Sie neun Jahre alt. Wie haben Sie die WM vor 63 Jahren erlebt, die die Seleçao als Zweiter beendete, nach einer Niederlage in der Finalrunde gegen den späteren Titelträger Uruguay?
Wir hatten damals keinen Fernseher und haben die WM-Spiele am Radio verfolgt. Ich weiß es noch genau: Ich sah meinen Vater zum ersten Mal weinen, als Brasilien verloren hatte. Da versprach ich ihm, dass ich eines Tages den Titel für ihn gewinnen werde. Dies war der Beginn meiner lebenslangen Liebe zum Fußball. Niemand konnte damals ahnen, dass ich acht Jahre später beim Turnier in Schweden die Trophäe in den Händen halten werde.

Was bedeutet es für Ihr Heimatland, mit der Fußball-WM in einem Jahr eines der größten Sportereignisse der Welt zu organisieren?
Es ist wichtig, der Welt zu zeigen, was Brasilien für ein Land ist. Für alle Brasilianer ist die WM eine gute Gelegenheit, sich und ihr Land der Welt zu präsentieren. Ich hoffe, dass die Weltmeisterschaft unserer Wirtschaft einen Schub geben und uns für viele Jahre helfen wird, öffentliche und soziale Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäuser zu verbessern. Aus der Sicht des Fußballers kann ich sagen: 1950 haben wir im Maracanã-Stadion verloren. Jetzt möchte ich sehen, dass wir in dieses Stadion zurückkehren und dort den Titel holen.

Welche Mannschaft ist Ihr Favorit auf den Titel im nächsten Jahr? Bis heute hat es kein europäisches Team geschafft, eine WM auf südamerikanischem Boden zu gewinnen.
Die Weltmeisterschaft ist ein sehr schwieriges Turnier und Fußball eine Wundertüte. Kein Zweifel: Ich will, dass Brasilien den sechsten Titel gewinnt – diesmal zu Hause.



Stolz: Pelé fungiert als Volkswagen Markenbotschafter.

Was halten Sie von der deutschen Nationalelf um Trainer Joachim Löw? Hat sie die Chance auf den Titel?
Deutschland agiert international immer auf hohem Niveau, und die meisten Nationalspieler spielen bei zwei der europäischen Topklubs, Bayern München und Borussia Dortmund. Bei der Weltmeisterschaft allerdings haben viele Teams gute Siegchancen. Deutschland, aber auch Spanien sind zwei sehr starke Mannschaften.


Erinnerungsfoto im Stadion am Elsterweg: Pelé mit VfL-Spielern.

Wer ist im Moment lhr Lieblingsspieler? Lionel Messi,
Cristiano Ronaldo oder ein ganz anderer?

International ist Messi der Beste. Neymar ist der Spieler der Stunde, aber er muss mehr Erfahrungen außerhalb Brasiliens sammeln. Xavi ist auch ein großer Spieler.

Sie waren einst der beste Spieler der Welt.
Wie hat sich der Fußball verändert?

Fußball erfindet sich jeden Tag neu mit robusteren, schnelleren Spielern und auch dank neuer Technik. Die Technik hat sich stark verändert. Als ich gespielt habe, war es sehr schwer, bewegte Bilder von unseren Spielen zu sehen. Heute können die Spieler sich und den Gegner mithilfe von Videoaufzeichnungen analysieren. Als wir in Schweden unseren ersten Weltmeistertitel gewannen, gab es gar keine Live-Übertragungen. Wir mussten zum Telefon greifen, um unsere Familien zu informieren.

Welchen Stellenwert hat Fußball für Jugendliche in Brasilien?
Fußball ist der populärste Sport der Welt. Aber in Brasilien ist Fußball mehr als Sport. Fußball ist Teil unserer Kultur. Wenn man an die Kultur Brasiliens denkt, kommen zuerst Fußball und Musik.

Sie sind seit Kurzem Markenbotschafter von Volkswagen.
Was bedeutet das für Sie?

Als Brasilianer bin ich stolz, Botschafter einer Marke wie Volkswagen zu sein. In den 60 Jahren in Brasilien hat Volkswagen viele Innovationen in unser Land gebracht und Millionen von brasilianischen Familien unterstützt.

„Ich bin stolz, Botschafter von Volkswagen zu sein”

Welches Auto fahren Sie denn am liebsten?
Ich mag den Volkswagen Amarok und den Touareg. Und ich bevorzuge es, sicher zu fahren – immer.

Was halten Sie von Aktivitäten wie „A chance to play”, die Volkswagen in Südamerika in diesem Jahr auf den Weg gebracht hat?
Ich bin sehr stolz, dass Volkswagen soziale Programme in Südamerika und in der ganzen Welt unterstützt. Investitionen im sozialen Bereich sind vor allem für unsere Kinder wichtig. Denn Kinder sind unsere Zukunft. Außerdem bin ich froh, dass Volkswagen Arbeitsplätze schafft für Familien auf der ganzen Welt.

Die Fragen stellten Dirk Schlinkert
und Marc Rotermund.


Wimpeltausch in Wolfsburg: Pelé mit dem damaligen VfL-Kapitän Günter Litzenberg.