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Interview mit Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen

Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Marke Volkswagen, ist sicher, dass Volkswagen am Ende gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird.

Herr Diess, Volkswagen hat einen Aktionsplan für die betroffenen Fahrzeuge vorgestellt. Wird das reichen, um Vertrauen zurückzugewinnen?
Es ist ein erster, wichtiger Schritt. Unsere Kunden erwarten, dass wir ihnen eine technische Lösung bieten, die hundertprozentig sitzt. Daran arbeiten wir praktisch rund um die Uhr und ich bin zuversichtlich, dass wir das schaffen werden. Auch die Umsetzung im Handel ist wichtig: Sie muss für jeden einzelnen Kunden so komfortabel und reibungslos wie möglich funktionieren.
Der größte Teil der Arbeit kommt allerdings erst nach der akuten Krise. Die Marke Volkswagen muss in den nächsten Jahren in jeder Hinsicht überzeugen – und zwar bei Kunden, Händlern, Investoren und Behörden gleichermaßen. Nur so können wir Vertrauen wieder aufbauen. Das wird ein langer, schwieriger Weg.

„Volkswagen muss in jeder Hinsicht überzeugen“

Die finanziellen Auswirkungen dürften auf jeden Fall gewaltig sein. Wie wird Volkswagen sich darauf einstellen?
Ich bin überzeugt, dass wir diese Krise meistern werden. Natürlich müssen wir jetzt vielfach neu denken. Dazu gehört, dass wir alle geplanten Investitionen überprüfen werden. Die Marke Volkswagen wird außerdem das laufende Effizienzprogramm beschleunigen. Entscheidend ist, dass wir unser Tagesgeschäft nicht vernachlässigen und weiterhin exzellente, überzeugende Autos bauen. Genau das ist eine unserer großen Stärken, da müssen wir uns hinter niemandem verstecken. Insbesondere der neue Tiguan ist eine große Chance, die Marke Volkswagen wieder ins rechte Licht zu rücken. Ich zähle hier auf jede und jeden Einzelnen.
Mittelfristig müssen wir unsere Aktivitäten in der Elektromobilität nochmals verstärken und den bevorstehenden Wandel in der Automobilindustrie noch aktiver mitgestalten. Diese Krise eröffnet uns deshalb auch zusätzliche Chancen für eine Beschleunigung und Neuorientierung.

Wie erleben Sie persönlich Volkswagen in diesen schwierigen Tagen?
Wir sind im Unternehmen noch enger zusammengerückt: Vorstand, Management und Belegschaft. Dieser Mannschaftsgeist ist enorm wichtig und macht Mut für die Zukunft. Auch mich persönlich spornt das an. Mein besonderer Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die unmittelbar daran arbeiten, diese Krise zu managen – manchmal bis an die Grenzen der Belastbarkeit. Natürlich wird derzeit vieles in Frage gestellt. Aber ich bin sicher, dass Volkswagen am Ende gestärkt aus dieser Krise hervorgeht.

Titel Matthias Müller ist der neue Vorstandsvorsitzende

Er gilt als echter Teamplayer und Mann des offenen Wortes: der neue Chef des Volkswagen Konzerns Matthias Müller. Das Unternehmen stehe vor seiner „größten Bewährungsprobe“, sagte der 62-Jährige mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Wochen zum Amtsantritt. Kaum einer kennt den Konzern so gut wie er: Müllers Karriere begann vor mehr als 40 Jahren im Konzern – als Werkzeugmacher-Lehrling.
Der Volkswagen Konzern hat einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Matthias Müller wurde am 25. September vom Aufsichtsrat als Nachfolger von Martin Winterkorn berufen, der zuvor den Führungsposten aufgegeben hatte. „Matthias Müller ist eine Persönlichkeit von großer strategischer, unternehmerischer und sozialer Kompetenz“, erklärte der Aufsichtsrat der Volkswagen AG nach der Neubesetzung der Konzernspitze. „Dabei schätzen wir ausdrücklich seinen kritischen und konstruktiven Blick.“


An der Spitze des Volkswagen Konzerns steht seit Ende September 2015 der neue Vorstandsvorsitzende Matthias Müller. Er ist seit mehr als 40 Jahren bei Volkswagen.

Und Müller kennt den Konzern und seine Marken sehr gut. Begonnen hat er seine Karriere bei Audi, wo er 1972 eine Ausbildung zum Werkzeugmacher beendete. Nach dem Studium zum Diplom-Informatiker in München setzte Müller 1978 seine berufliche Laufbahn bei der Audi AG in Ingolstadt fort, übernahm dort 1984 die Verantwortung für die Abteilung System-Analyse. 1993 wurde er Leiter des Projektmanagements für den Audi A3 und übernahm 1995 die Leitung des Produktmanagements der Audi AG sowie von Seat und Lamborghini. 2007 wurde der gebürtige Sachse Leiter des Produktmanagements des Volkswagen Konzerns und der Marke Volkswagen sowie Generalbevollmächtigter des Konzerns. 2010 übernahm Müller die Leitung der Stuttgarter Sportwagenmarke Porsche und rückte in den Konzernvorstand auf.
„Ich habe mein komplettes Berufsleben im Konzern verbracht“, fasst der neue Konzernchef seine Karriere selbst zusammen – „erst bei Audi, dann bei VW, zuletzt bei Porsche.“ Er habe in all den Jahren vor allem ein Unternehmen kennengelernt, das viele Stärken habe. „Ich fühle mich dem Konzern, seinen Marken und den Menschen hier tief verbunden“, so Müller: „Volkswagen ist meine Heimat.“

Schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz

Mit Blick auf die Ereignisse der vergangenen Wochen versprach Müller schonungslose Aufklärung. „Meine vordringlichste Aufgabe wird sein, Vertrauen für den Volkswagen Konzern zurückzugewinnen – durch schonungslose Aufklärung und maximale Transparenz, aber auch, indem wir die richtigen Lehren aus der aktuellen Situation ziehen“, so der Vorstandsvorsitzende. Vor der gesamten Belegschaft liege ein langer und harter Weg, so Müller: „Aber gemeinsam nehmen wir diese Herausforderung mit großer Zuversicht an, weil wir bei Volkswagen jetzt noch enger zusammenrücken.“ Bernd Osterloh, Vorsitzender des Konzernbetriebsrates, begrüßte die Neubesetzung an der Konzernspitze: „Matthias Müller kennen und schätzen wir für seine Entschlossenheit und Durchsetzungskraft. Er ist kein Einzelkämpfer, sondern Teamplayer. Das braucht Volkswagen jetzt.“

Aus der Rede von Matthias Müller auf der Betriebsversammlung in Wolfsburg am 6. Oktober 2015

„Wir können und wir werden diese Krise bewältigen. Weil Volkswagen ein Konzern mit starker Substanz ist. Und vor allem, weil wir die beste Automannschaft haben, die man sich wünschen kann.“
„Wir werden alles daran setzen, dass Volkswagen auch in Zukunft für gute und sichere Arbeitsplätze steht.“

„Nur wenn alles auf den Tisch kommt, nur wenn wir alles lückenlos aufarbeiten, nur dann werden uns die Menschen wieder vertrauen.“

„Deshalb stellen wir jetzt alle geplanten Investitionen nochmal auf den Prüfstand. Was nicht zwingend nötig ist, wird gestrichen oder geschoben. Deshalb werden wir das Effizienzprogramm nachjustieren.“

„Dieser Konzern und seine Marken stehen für Nachhaltigkeit, für Verantwortung, für Glaubwürdigkeit. Ich will zusammen mit Ihnen beweisen, dass unsere Werte gelten. Und dass Volkswagen, dass wir alle das Vertrauen der Menschen verdienen.“

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