Rückspiegel

Erfahrener Jurist: Dr. Hermann Münch.


Der Mann vor Nordhoff

Dr. Hermann Münch war erster Generaldirektor des Volkswagenwerks

Entgegen einer weit verbreiteten Annahme war nicht Heinrich Nordhoff der erste Generaldirektor des Volkswagenwerks, sondern der seit Februar 1946 in Wolfsburg tätige Berliner Industrieanwalt Dr. Hermann Münch. Ende 1945 hatten Vertreter der Property Control der britischen Militärregierung in Berlin Kontakt zu dem erfahrenen Juristen aufgenommen, um ihn für das Amt des Haupttreuhänders im Volkswagenwerk Wolfsburg zu gewinnen. Zwei Gründe waren für diesen Schritt der Briten ausschlaggebend: Münch konnte eine jahrzehntelange Erfahrung in der Industrie vorweisen, und er hatte Distanz zum NS-Regime gewahrt. Die Briten setzten ihn mit Wirkung vom 17. Juni 1946 zum Haupttreuhänder und Generaldirektor des Volkswagenwerks ein, was am 20. August 1946 in die Handelsregisterakte eingetragen wurde.

Hermann Münch, 1885 in Iserlohn geboren, begann nach der Promotion zum Dr. jur. 1915 eine Rechtsanwaltstätigkeit in Berlin. Nach dem Ersten Weltkrieg stieg er zum Chefjustitiar der Bayerischen Stickstoffwerke AG auf und saß in den Aufsichtsräten zahlreicher Industrieunternehmen. Außerdem engagierte er sich in den 20er Jahren für die konservativ orientierte „Pan-Europa-Bewegung“.

Treuhänder für die Vermögensverwaltung

Die Einsetzung des Juristen Münch als Haupttreuhänder zeigt, dass es den Briten anfangs vor allem um die Verwaltung des Vermögenskomplexes Volkswagenwerk und weniger um die Leitung eines Automobilunternehmens ging. Münch setzte sich als Generaldirektor besonders für weitgehende Mitbestimmungsrechte des Betriebsrates, die Berufung eines Arbeitsdirektors und die Lösung des eklatanten Wohnungsproblems für die Werksangehörigen in Wolfsburg ein.

Da er aber in erster Linie Jurist und kein ausgewiesener Fachmann für Automobilproduktion war, suchten die Briten, die nach 1946 eine erhebliche Steigerung der Volkswagenproduktion anstrebten, alsbald einen erfahrenen Automobilmanager. Die Wahl fiel auf Heinrich Nordhoff, der Hermann Münch am 1. Januar 1948 als Generaldirektor nachfolgte. Dr. Hermann Münch zog sich Ende April 1948 ins Privatleben nach Bad Homburg zurück, wo er im Jahre 1951 starb. -vb-

 

 
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