Blick in die Prototypen-Montage: Projektleiter Heiko Schumann, Thorsten Jablonski, Prototypen-Verntwortlicher Eckbert Schäfer und Monteur Christian Bartholomaeus (v.l.).
Foto: Esders


Unbeirrt in Richtung Zukunft

Entwickler arbeiten an einer neuen Generation elektromechanischer Lenkungen


Braunschweig – Der Standort Braunschweig lenkt unbeirrt in Richtung Zukunft: Das werkseigene Entwicklungsteam arbeitet mit Hochdruck an einer neuen Generation der elektromechanischen Lenkung, die im Jahr 2007 in Serie gehen wird. Die so genannte APA-Lenkung – das Kürzel steht für achsparalleler Antrieb – soll leistungsfähiger und zugleich in der Herstellung kostengünstiger sein als die bisherigen Lenkungen mit Elektromotor-Unterstützung. 150 Prototypen der Hightech-Lenkung wurden bereits gebaut.

„Bei der elektromechanischen Lenkung erfolgt die Servounterstützung nicht hydraulisch, sondern rein elektrisch mittels Elektromotor“, erläutert Thorsten Jablonski, Leiter Entwicklung Komponenten und Elektronik in Braunschweig. Im Vergleich mit rein hydraulischen Lenkungen ermöglicht das elektromechanische System eine Senkung des Kraftstoffverbrauchs um rund 0,3 Liter auf hundert Kilometern. Der Grund: Für das hydraulische System muss permanent ein Ölkreislauf erzeugt werden, was vergleichsweise viel Energie kostet. Die elektromechanische Lenkung dagegen verbraucht nur dann Energie, wenn der Fahrer das Lenkrad wirklich bewegt – und das ist nur bei rund fünf Prozent der Fahrzeit der Fall.
Außerdem ist die Servounterstützung von der Geschwindigkeit abhängig. Bei langsamem Tempo lenkt es sich leicht, bei hoher Geschwindigkeit ist die Lenkung schwergängiger und härter, damit das Fahrzeug sicher in der Spur bleibt.

Seit 1998 arbeitet das Braunschweiger Entwicklungsteam an einem rein elektrischen Lenksystem, seit 2001 konkret an der APA-Lenkung, die im Werk auch gefertigt werden soll. Die elektromechanische Lenkung, die derzeit schon in der Golf- und Passat-Plattform im Einsatz ist, wird ebenfalls bei Volkswagen Braunschweig gefertigt – allerdings in Zusammenarbeit mit einer externen Firma, die das System entwickelt hat.

„Dadurch, dass wir die Entwicklung und die Fertigung an unserem Standort zusammengebracht haben, können wir 140 neue Arbeitsplätze schaffen“, betont Jablonski. Die Eigenentwicklung ist also ein Stück Standortsicherung. „Deshalb haben wir alle Bauteile selbst entwickelt oder spezifiziert“, so der Chef-Entwickler. Derzeit arbeiten gut 40 Entwickler am Projekt APA-Lenkung, darunter viele Elektronik-Experten.

Und so funktioniert das Lenksystem: Ein Drehmomentsensor nimmt die Kraft der Lenkbewegung auf und sendet den Impuls an ein Steuergerät. Dieses errechnet dann die gewünschte Unterstützungskraft und steuert den Motor an. Über ein Kugelumlaufgetriebe wird dann die Kreisbewegung des Motors in eine Längsbewegung verwandelt und auf die Lenstange übertragen.Ein weiterer Vorteil der neuen Lenkung ist der hohe mechanische Wirkungsgrad. Dies bedeutet, dass die Energie, die in das System gebracht wird, sehr effektiv eingesetzt wird. Wichtig für Technik-Skeptiker: Es gibt auch bei der neuen Generation der elektromechanischen Lenksysteme eine mechanische Verbindung zwischen Lenkrad und Rädern. -me-















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