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Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten / Fahrzeuge sind technisch sicher und fahrbereit
Schon bei Amtsantritt hatte Konzernchef Matthias Müller die schonungslose und aktive Aufklärung der Diesel-Thematik zugesagt. Jetzt geht Volkswagen in die Offensive: Anfang November gab der Konzern bekannt, dass bei internen Untersuchungen auch Unregelmäßigkeiten bei CO2-Werten festgestellt wurden. Der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz werde fortgesetzt, kündigte Müller an.

Vorstandsvorsitzender Matthias Müller: „Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit.“

Die Aufklärung der Diesel-Thematik wird durch den Volkswagen Konzern weiter vorangetrieben: Anfang November teilte die Unternehmensleitung mit, dass bei internen Untersuchungen festgestellt wurde, dass es bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typzulassung von Fahrzeugen zu Unregelmäßigkeiten gekommen ist. Nach derzeitigem Erkenntnisstand könnten davon rund 800 000 Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns betroffen sein, hieß es in einer Stellungnahme. Die wirtschaftlichen Risiken werden in einer ersten Schätzung auf rund zwei Milliarden Euro beziffert.
Der Vorstand der Volkswagen AG sagte zu, unverzüglich mit den zuständigen Zulassungsbehörden die Konsequenzen dieser Feststellungen zu besprechen.

Ziel ist eine verlässliche Bewertung der rechtlichen und in der Folge wirtschaftlichen Konsequenzen des Sachverhalts, der bislang noch nicht vollständig aufgeklärt ist.
Was ist passiert? Momentan werden alle Prozesse und Abläufe bei Dieselmotoren überprüft. Dabei ist aufgefallen, dass bei der CO2-Zertifizierung einiger Fahrzeugmodelle zu niedrige CO2- und damit auch Verbrauchsangaben festgelegt wurden. Betroffen sind ganz überwiegend Fahrzeuge mit Dieselmotoren.

„Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit“

„Ich habe mich von Anfang an dafür eingesetzt, dass wir die Geschehnisse schonungslos und vollständig aufklären“, so Müller in der Erklärung. „Dabei machen wir vor nichts und niemandem Halt. Das ist ein schmerzhafter Prozess, aber er ist für uns ohne Alternative. Für uns zählt einzig und allein die Wahrheit. Das ist die Voraussetzung für die grundlegende Neuausrichtung, die Volkswagen braucht.“ Weiter sagte Müller: „Der Vorstand der Volkswagen AG bedauert zutiefst den festgestellten Sachverhalt und betont, dass der eingeschlagene Weg der Aufklärung und Transparenz konsequent weitergegangen wird.“ Volkswagen erklärte, man setze alles daran, nach Absprache mit den zuständigen Behörden schnellstmöglich eine Klärung der weiteren Vorgehensweise sowie eine korrekte Einstufung der CO2-Werte bei den betroffenen Fahrzeugen vorzunehmen.
Fest steht: Die Fahrzeuge sind technisch sicher und fahrbereit. Eine verlässliche Bewertung des Umfangs der Unregelmäßigkeiten ist derzeit noch nicht möglich. Der Aufsichtsrat des Volkswagen Konzerns bezog unverzüglich zu den neuen Erkenntnissen Stellung. Man nehme „die Unregelmäßigkeiten bei der Bestimmung des CO2-Wertes für die Typzulassung bei Fahrzeugen des Volkswagen Konzerns mit Betroffenheit und Sorge zur Kenntnis“, hieß es. Der Aufsichtsrat und der speziell zur Aufklärung gegründete Ausschuss werden weitere Maßnahmen und Konsequenzen beraten.
Der Aufsichtsrat will auch weiterhin eine zügige und sorgfältige Aufklärung gewährleisten, hieß es weiter. „Insofern muss dieser jetzt neu festgestellte Sachverhalt für Aufsichtsrat und Vorstand Ansporn sein, alles Erdenkliche dafür zu tun, Unregelmäßigkeiten aufzuklären und Vertrauen wieder herzustellen.“

PERSONALIEN

Christine Hohmann-Dennhardt (65)
wird ab dem 1. Januar 2016 das Konzern-Vorstandsressort „Integrität und Recht“ leiten. Die 65-Jährige, frühere Verfassungsrichterin hat einen hervorragenden Ruf in Sachen Compliance. 2011 war die Juristin als erste Frau in den Daimler-Vorstand geholt worden, um ein System der internen Kontrolle zu installieren. Die in Leipzig geborene Hohmann-Dennhardt kam als Kind nach Westdeutschland, wo sie in den 1990er Jahren als SPD-Politikerin hessische Landesministerin wurde – erst für Justiz, später für Wissenschaft und Kultur. Danach war sie zwölf Jahre als Richterin am Bundesverfassungsgericht tätig.


Christine Hohmann-Dennhardt

Thomas Sedran

Thomas Sedran (51)
ist seit 1. November Leiter der Konzernstrategie. Er berichtet an den Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller. Sedran ist Diplom-Ökonom und promovierte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Von 1994 bis 2012 arbeitete er als Unternehmensberater, unter anderem für Roland Berger Strategy Consultants und AlixPartners. 2012 wurde Sedran Vorstand der Adam Opel AG, verantwortlich für den Bereich Strategie und Operations. Als Interim CEO richtete er die Marke, im Juli 2013 übernahm er als President und Managing Director die Verantwortung für die Marken Chevrolet und Cadillac in Europa.

Lars-Henner Santelmann (52)
ist Vorstandsvorsitzender der Volkswagen Financial Services AG. Der 52-Jährige folgt auf Frank Witter (56), der zum Konzern-Finanzvorstand berufen wurde. Santelmann trat 1988 nach dem Studium der Wirtschaftswissenschaften in den Konzern ein, wo er von 1993 bis 1994 Finanzleiter bei Autogerma (Italien) und von 1995 bis 2000 Vertriebsleiter des Konzerns für Süd- und Ost-Europa war. Anschließend war Santelmann Seat-Vizepräsident, bevor er im November 2005 Generalbevollmächtigter der Volkswagen Financial Services AG und der Volkswagen Bank GmbH wurde. 2008 wurde er Vorstandsmitglied der Financial Services.


Lars-Henner Santelmann

Johann Jungwirth

Johann Jungwirth (42)
ist mit Wirkung zum 1. November 2015 zum Leiter des neugeschaffenen Fachbereichs Digitalisierungsstrategie des Volkswagen Konzerns berufen worden. Er berichtet direkt an den Vorstandsvorsitzenden Matthias Müller. Jungwirth kommt vom amerikanischen IT-Unternehmen Apple. Dort war er seit 2014 als Director in der Entwicklung der Mac Computersysteme tätig. 2009 war der Diplom-Ingenieur für Elektrotechnik zum President and CEO von Mercedes-Benz Research & Development North America berufen worden und leitete das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Sunnyvale, Kalifornien (USA).

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