HomeILoginIHilfeIDialog
autogramm
Titel
Schrift:schrift_plusschrift_minus
Im neuen „Technikum“ geben Experten der Instandhaltung ihr Wissen weiter
Sie sind mehrere 1000 Tonnen schwer und arbeiten wochentags rund um die Uhr – das geht an den Pressenstraßen und den Presswerkzeugen nicht spurlos vorbei. Abgenutzte oder defekte Teile an den gigantischen Anlagen im Presswerk zu reparieren oder auszutauschen, ist die Aufgabe der Instandhaltung. Dabei gibt es viele unterschiedliche Abläufe und Aufgaben, die den Mitarbeitern im neuen „Technikum“ des Presswerks vermittelt werden. Dazu geben Experten ihr Wissen in Instandhaltung und Wartung an Kollegen weiter.


Rechtzeitig wissen, wann ein Teil defekt sein wird: Jan-Frederik Laß (links), Leiter Prozessmanagement Presswerk, diskutiert mit Doktorand Lars Gebel, wie man Messwerte von Sensoren richtig interpretiert.

„Von Fachexperten für angehende Fachexperten“, beschreibt Martin Söldner, Leiter der Instandhaltung im Presswerk, das Training. „Wir wollen die Kompetenzen der Mitarbeiter ausbauen und sie im sicheren Umgang mit spezifischen Aufgaben trainieren“, sagt Söldner über das Ziel der Schulung.
Im Technikum können die Mitarbeiter ihr Wissen zum Beispiel in der Programmierung von Robotern oder im Umgang mit neuen Werkzeugtechnologien vertiefen und trainieren. Ein anderes Lernmodul trainiert den Blick der Mitarbeiter dafür, wie man das Versagen eines Bauteils oder einer Komponente in einer Presse vorhersagen kann. „Condition-Monitoring“ heißt dies in der Fachsprache.

Rechtzeitig erkennen, wann ein Bauteil defekt ist

Den Zeitpunkt, wann Bauteile einer Maschine erneuert werden müssen, erkennen die Mitarbeiter unter anderem anhand der Verbrauchsdaten dieser Maschine, aber auch an Kenngrößen wie Temperatur und Schwingungen. Bei der Schulung im Technikum lernen sie unter Anleitung erfahrener Kollegen die Bedeutung dieser Daten und deren richtige Interpretation. „Proaktive Instandhaltung“ nennt das Jan-Frederik Laß aus dem Prozessmanagement des Presswerkes.
Die Trainingseinheiten werden flexibel in den Arbeitstag der Presswerker integriert. Wenn beispielsweise ein Anlagenführer zwischendurch etwas Zeit hat, kann er im Technikum Aufgaben absolvieren – „ohne Risiko“, wie Laß betont. „Hier lassen sich die Situationen in aller Ruhe trainieren. Das geht an der Pressenstraße nicht. Passiert dort ein Fehler, ist der Schaden meist groß“, erklärt er den Vorteil der Lernmodule, die mithilfe der jeweiligen Experten konstruiert worden sind.
„Das Technikum vermittelt Wissen über die Instandhaltung in sehr strukturierter Art und Weise. Dahinter steht ein aufwändiges Konzept, das hier am Standort Wolfsburg einmalig ist“, sagt Söldner stolz über seine Lernwerkstatt der besonderen Art, das „Technikum“. jg