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Vor 50 Jahren nahm Volkswagen den ersten Klima-Windkanal in Betrieb


Klima nach Maß: Der Klima-Windkanal ist 1965 das erste Bauwerk des neuen ­­Forschungs- und Entwicklungszentrums in Wolfsburg. Der Blick auf die Baustelle gut ein Jahr vor der Inbetriebnahme verrät die Dimensionen des Großprojekts.

Wüstenhitze, Orkane oder eisige Kälte – alle klimatischen Bedingungen der Erde lassen sich künstlich erzeugen – seit dem Winter 1965 auch im Werk Wolfsburg. Damals stand der erste Klima-Windkanal im neuen Forschungs- und Entwicklungszentrum vor der Inbetriebnahme.
Bis in den Dezember läuft das Geschäftsjahr wie bisher keines. 1965 wird das bis dato erfolgreichste Jahr der Unternehmensgeschichte. Darüber hatte der Vorstandsvorsitzende Heinrich Nordhoff bereits bei der IAA wenige Wochen zuvor informiert. Tagelang beherrschten da die „Zehn Millionen Volkswagen“ die Schlagzeilen. Nordhoff versprach in Frankfurt: „Die nächsten zehn Millionen (und mehr) Volkswagen genauso gut und noch besser zu machen.“

Wie das gehen soll, erfahren wenig später 86 Motorjournalisten beim Ortstermin in Wolfsburg. Anlass ist die Fertigstellung des Klima-Windkanals. Dessen technische Daten sind beeindruckend: Der Ventilator misst neun Meter im Durchmesser udn erzeugt in der 13,80 Meter hohen Röhre Luftströme bis zu 150 km/h – gut 30 km/h mehr als Orkanstärke. Die Luftfeuchte kann von fünf bis 95 Prozent reichen. Temperaturen von minus 35 bis plus 45 Grad Celsius sind möglich. Spezialstrahlen simulieren sogar die Strahlung der Sonne. Das ist bestes Klima für aerodynamische Tests aller Art. Die Entwickler testen in der Wolfsburger Wettermaschine auch die Heizung, die Belüftung sowie das Kälte- und Wärmeverhalten von Motor und Zubehör. Und das auch bei Prototypen, wenn strikte Geheimhaltung gilt. In Zukunft erfolgt also ein Großteil der Erprobungen „im eigenen Haus“ und bei Wunschwetter. 50 Jahre später entsteht ein neues Windkanal-Effizienzzentrum unweit des „1965er Windkanals“ und wieder im Herzen der Forschung und Entwicklung in Wolfsburg. ds