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Harald Ludanek fuhr im Lkw zum Antrittsbesuch bei Scania
Das dürfte es so noch nicht oft gegeben haben: Der neue Chef fährt mit dem Truck einmal von seiner alten zur neuen Arbeitsstätte, in diesem Fall von Wolfsburg nach Södertälje. So geschehen Ende August, als sich Harald Ludanek, bisher Leiter der Gesamtfahrzeugentwicklung bei Volkswagen, im 40-Tonner auf den Weg zum Scania Technical Center (STC) in Schweden machte. Dort leitet er seit dem 1. September die Technische Entwicklung. Symbolisch wurde so aus dem Pkw-Mann ein Lkw-Mann. Und der sagt nach den 1278 Kilometern auf Achse überzeugt: „Ich würde es wieder machen!”

Alles im Blick: Harald Ludanek vor seinem Scania mit spezieller Ladung.

Schon seit zwölf Jahren ist Ludanek im Besitz des Lkw-Führerscheins, hat auch einen Personenbeförderungsschein und den Busführerschein. Sicherheitstrainings und Erprobungsfahrten mit schweren Lkw kennt er auch. Trotzdem: Er wollte ganz intensiv das Produkt Lkw kennenlernen und hautnah erleben, welche Sorgen Trucker haben und was sie bewegt. Im Gespräch mit einem Volvo-Fahrer aus Lübeck erfuhr er, dass die Kriminalität enorm zugenommen habe, Diesel und Ladung begehrtes Diebesgut seien und Übernachten außerhalb von Rasthöfen nicht zu empfehlen sei.

Ludanek wollte auch die Frage klären, wie es sich in der Kabine lebt. „Lkw-Fahrer leben schon mal drei Wochen in ihrem Fahrzeug. Mich interessierte, wie es ihnen dabei geht”, erklärt der Entwicklungschef. Eine ganz neue Erfahrung für ihn, wie er zugibt. „Das hieß für mich, um fünf Uhr morgens aufstehen, denn dann hat man die Chance, auf dem Rastplatz als Erster in einer halbwegs sauberen Dusche zu sein. Anschließend steht man vor der Frage: Wohin mit dem nassen Handtuch? Mal ganz abgesehen davon, dass es nicht einfach ist, seine Sachen in der Enge so zu packen, dass man alles gleich wiederfindet”, schmunzelt Ludanek. Aber: In der Kabine seiner Zugmaschine habe er besser geschlafen als in so manchem Hotel. Bei dem Lkw handelte es sich übrigens um ein Versuchsfahrzeug, das bereits mit EU6-Motor ausgestattet war.


Truck-Stopp: Pause mit Musik.

Konzentriert am Steuer: „Man braucht ein bisschen mehr Zeit.”

Seine Erfahrung: Als Lkw-Fahrer braucht man mehr Zeit. Den ersten Kaffee gibt es deshalb früh am Morgen auch am Steuer des starken Gefährts. Durch umsichtiges und vorausschauendes Fahren hat Ludanek den Durchschnittsverbrauch auf 25 Liter je 100 Kilometer gesenkt. „Bekommen habe ich den Truck mit einem Durchschnittsverbrauch von 29 Litern. Man sagt, dass alles unter 30 Litern gut ist, insofern bin ich schon zufrieden mit dem Ergebnis.” Im „Gepäck” hatte der bisherige Pkw-Mann auf seinem Weg zu den Lkw-Kollegen übrigens einen Beetle Allrad und einen Golf GTI, die bei Scania ausgestellt und auch gefahren werden können. Beide Fahrzeuge sind bei einem Fahr-Event zu sehen, zu dem sich die 4000 besten Lkw-Fahrer treffen. „Lkw-Fahrer haben ja auch Emotionen für Pkw”, ist Ludanek überzeugt. Damit die Fahrzeuge sicher ankommen, hat er vorab noch ein Seminar für Ladegutsicherung im Werk Wolfsburg belegt und die Fahrzeuge gemeinsam mit dem Team vom Prüfgelände in Ehra sicher verladen. Beim Zwischenstopp vor der eigenen Haustür gab es in der Nachbarschaft viele staunende Gesichter.

Die Kollegen von Scania haben den Trip übrigens per GPS verfolgt. „Mein Kollege dort, Mikael Rosvall, hat sich gefreut, als sein Lkw wieder sicher auf dem Hof stand”, lacht Ludanek. Er freut sich auf die spannenden Aufgaben, die vor ihm liegen. Schon jetzt ist er sehr beeindruckt von der effizienten und intensiven Projektverfolgung bei Scania. „So eine Fahrt ist ein Erlebnis wert. Vielleicht fahre ich nächstes Mal einen Bus. Mit meinem Personenbeförderungsschein könnte ich ja sogar den Shuttle zur Managementkonferenz machen – wer weiß?” mh


Am Ziel: Scania in Södertälje.

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