HomeILoginIHilfeIDialog
autogramm
Titel
Schrift:schrift_plusschrift_minus
Eishockey: Interview mit EHC Wolfsburgs Sportdirektor Fliegauf vor Beginn der neuen Saison
Karl-Heinz „Charly” Fliegauf, Sportdirektor des Eishockey-Bundesligisten EHC Wolfsburg, sprach vor Saisonbeginn am 14. September mit „autogramm” über den Verlauf der Vorbereitung, die Ziele des Vereins, die Zusammenarbeit mit Hauptsponsor Skoda und das Zuschauerinteresse in Wolfsburg.


Der Ex-Eishockey-Profi macht auf dem Eis immer noch eine gute Figur.
Foto: MultimdiaCentrum / Niepaul

Mit welchen Zielen gehen Sie in die neue Saison?
Wir wollen uns nachhaltig in der Liga etablieren. Wir sind ein junger Klub in der Deutschen Eishockey-Liga. Seit drei Jahren sind wir kontinuierlich unter den besten vier der Hauptrunde. In den Playoffs waren wir im Viertelfinale, im Halbfinale und im Endspiel. Das war ein sehr großer Erfolg. Für die neue Saison werden wir versuchen, unter die besten sechs der Hauptrunde zu kommen. Das würde uns berechtigen, direkt an den Play-offs teilzunehmen.

Die Saisonvorbereitung scheint gut gelaufen zu sein. Sind Sie zufrieden?
Vor Saisonbeginn weiß man nie genau, wo man steht. Wir waren in Dänemark und in der Schweiz. Dort haben wir gegen sehr gute Mannschaften getestet. Die Art und Weise, wie wir uns präsentiert haben, stimmt mich positiv.

Zum Auftakt am Freitag, 14. September, geht es nach Hamburg zu den Freezers: Im Fußball wäre dies ein Klassiker. Und im Eishockey?
Rivalität ist vorhanden. Ein Derby zum Auftakt hat es in sich. Gerade die Spiele gegen Hannover, Berlin und Hamburg sind für unsere Fans etwas Besonderes. Es wird eine große Herausforderung, aber ich erwarte ein gutes Spiel.

Wer sind die Favoriten auf den Titel?
Die üblichen Verdächtigen: Berlin, Mannheim, Ingolstadt, aber auch Hamburg. Wir haben auch eine Chance und werden versuchen, oben dabei zu sein. Dazu gehört auch ein wenig Glück. Wenn wir vom Verletzungspech verschont bleiben, sollten wir gute Karten haben.

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit Skoda?
Mit der Kooperation mit Skoda sind wir sehr zufrieden. Wir wollen versuchen, das Bestmögliche zu erreichen. Vor der Saison definieren wir die Ziele. Dann versuchen wir, sie mit unseren Mitteln umzusetzen. Das ist in den letzten Jahren sehr gut gelungen. Das Engagement hat sich für beide Seiten gelohnt.

Der Zuschauerschnitt hat Ihnen immer Sorge bereitet. Glauben Sie in der neuen Saison an eine Trendwende?
Vor fünf Jahren haben wir vor 1500 Zuschauern gespielt. Jetzt kommen durchschnittlich 2500 Zuschauer. Die Fankultur ist noch nicht so ausgeprägt wie bei anderen Vereinen. Daran arbeiten wir intensiv. Ziel ist es, im Schnitt 3000 Zuschauer pro Heimspiel zu haben. Dann ist richtig was los, und die Atmosphäre in der Halle wäre ideal.

Warum ist die Fankultur noch nicht so ausgeprägt?
Eishockey ist zum Anschauen relativ teuer. Aber die Klubs sind auf die Eintrittsgelder angewiesen. Von Fernsehgeldern wie beim Fußball sind wir weit entfernt.

Auf was dürfen sich die Fans freuen, wenn sie zu einem Heimspiel gehen?
Wer live in der Arena ist, wird sehen, dass der Sport leidenschaftlich ist und viele Emotionen hat. Die Zuschauer sind hautnah dabei, die Atmosphäre ist stimmungsvoll, aber gleichzeitig friedlich. Eishockey ist der schnellste Mannschaftsport der Welt. Es gibt kaum Pausen auf dem Eis, es geht ständig rauf und runter.

Das Interview führte Constantin May.

CHARLY FLIEGAUF

Sportlicher Werdegang:
1978 – 1979 EHC 70 München (Bundesliga II)
1979 – 1982 EC Peiting (Bundesliga II)
1982 – 1983 EV Füssen (Bundesliga I)
1983 – 1984 Augsburger EV (Bundesliga II)
1984 – 1988 BSC Preussen Berlin (Bundesliga II und Bundesliga I)
1988 – 1989 Krefelder EV (Bundesliga II)
1989 – 1994 Augsburger EV bzw. Augsburger Panther (Bundesliga II und DEL)

Beruflicher Werdegang:
1994 – 1996 Organisationsleiter Augsburger Panther (DEL)
1996 – 2005 Geschäftsführer und Manager Augsburger Panther (DEL)
1999 – 2005 Präsident des Augsburger Eislauf-Vereins
2005 – 2007 Manager Frankfurt Lions (DEL)
seit 2007 Sportdirektor EHC Grizzly Adams Wolfsburg (DEL)