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Auszubildende der Volkswagen Financial Services AG engagieren sich für besonderes Projekt
BRAUNSCHWEIG – Die Bankauszubildenden der Volkswagen Financial Services AG gedenken der Opfer des Nationalsozialismus in Braunschweig. Im Rahmen des Projektes „Stolpersteine“ verlegten sie einen Stolperstein für Hugo Kanter, ehemaliger Lehrer der kaufmännischen Fortbildungsschule Braunschweig.


Er hat das Projekt ins Leben gerufen: Der Kölner Künstler Gunter Demnig.

Stolpersteine sind individuell beschriftete Messingplatten, die vor dem letzten frei gewählten Wohnort von Opfern des nationalsozialistischen Regimes verlegt werden. Sie sollen die Erinnerung wachhalten und eine Mahnung gegen das Vergessen sein. Ins Leben gerufen hat dieses Projekt der Kölner Künstler Gunter Demling im Jahr 1995. Seit 2005 gibt es das Projekt auch in Braunschweig.

Eine Mahnung gegen das Vergessen


Die Auszubildenden der Volkswagen Financial Services AG beteiligten sich an dem Projekt mit ihrer Klasse während des Politik-Unterrichtes an der Otto-Bennemann-Schule. Anhand des Schicksals von Hugo Kanter beschäftigten sich die angehenden Bänker besonders mit der Bedeutung sozialer Grundrechte, den Prinzipien des Rechtsstaates und den demokratischen Grundwerten. Die Verlegung des Stolpersteins und die Präsentation der Recherche-Ergebnisse bildeten den Abschluss. Mit der Beteiligung an dem Projekt hatten die Auszubildenden die Möglichkeit, ihr Fachwissen um gesellschaftliche und historische Aspekte zu erweitern.


Erinnerung: Der Stolperstein vor der IHK.

Wer war Hugo Kanter?
Am 27. September 1871 in Breslau geboren, hatte er die deutsche Staatsangehörigkeit und genoss eine jüdische Erziehung. Im Alter von 31 Jahren kam er nach Braunschweig, trat der Handelskammer bei, übernahm verschiedene Aufgaben bei der IHK und hielt Vorlesungen an der Technischen Universität Braunschweig. Nachdem er 1932 Kritik an der Autarkiebestrebung der Nationalsozialisten geäußert hatte, wurde Kanter ein Jahr später nach dem Entzug des Lehrauftrages an der TU als erstes Arisierungsopfer Braunschweigs vertrieben. Er flüchtete in die Schweiz und kehrte fünf Jahre später zurück. Kanter wurde im November 1938 bewusstlos gefunden. Er starb kurz darauf am 17. November 1938, da er als „Nichtarier“ keine medizinische Hilfe erhielt.