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Neue Logistik-Dimension: Der SideBull dockt direkt in der Produktion an


Fotos: MultimediaCentrum Niepaul / Leitzke

Die Technik mag mancher schon auf dem Flughafen gesehen haben, wenn beispielsweise Passagiere barrierefrei in einen A 380 gebracht werden müssen. Mit dem SideBull in ganz anderen Dimensionen gelangen jetzt Module wie Formhimmel und Mittelkonsole direkt in das Herz der Halle 54 an die Montagelinien 2 und 3. Und das spart eine Menge Wege und Zeit. „autogramm” begleitete den Aufbau und den ersten Einsatz des SideBull.

FOTOSTRECKE


Letzte Arbeiten an der Bodenplatte: Der SideBull hat ein Leergewicht von 41 Tonnen, wiegt mit einem vollen Container sogar bis zu 55 Tonnen und muss absolut gerade stehen. Deshalb wurde der Boden direkt unter der Andockstation an der Nordseite der Halle 54 entsprechend befestigt. Schicht um Schicht wurde hier seit Juni aufgetragen.


Tägliche Baubesprechung: Architekt und Bauleiter Andreas Knoblauch von der Firma ArchiPlan GmbH aus Wolfsburg, Projektleiter Andi Münder und Dieter Wertheim von Bulmor Airground Technologies (v.l.), begutachten die letzte Schicht der Bodenplatte, die anschließend noch 24 Stunden aushärten muss, ehe der SideBull hier zum Einsatz kommt.

Millimeterarbeit: Mit einem Tieflader ist der SideBull zur Nordseite der Halle 54 gefahren worden, nun muss er Stück für Stück über Holzbohlen auf den Boden gebracht werden. Dass der Koloss dabei nicht verrutscht, darauf achten die Fachleute, die dem Fahrer Anweisungen per Funk geben.


Das Herzstück: Ein ganz wichtiger Moment ist die Absenkung des Hubmastes durch den extra dafür aufgebauten Kran. Der SideBull fährt den Hubmast später auf Hallenniveau in acht Meter Höhe aus.


Stabilität: Der Hubmast wird montiert. Der SideBull ist bei bis zu 80 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit einsatzbereit, Stützen dienen als Sicherheit. Sensoren der eigenen Windmessanlage zeigen an, wie windig es wirklich ist, und gewährleisten so die Arbeitssicherheit.

Einsatzbereit: Der SideBull ist nun komplett montiert und steht auf eigenen Rädern, die einen Durchmesser von 1,70 Metern haben. Die Technik eines klassischen Seiten–gabelstaplers wird mit dem SideBull in ganz neuen Dimensionen umgesetzt.


Testlauf mit Container: Es ist ein spannender Moment, als der neue SideBull zum ersten Mal einen Container aufnimmt. Die Container sind auf die JIS-Wagen (Just-In-Sequenz-Module sind zur richtigen Zeit in der richtigen Reihenfolge am richtigen Ort) abgestimmt und haben eine maximale Packdichte. Weil die anliefernden Lkw mit Hybrid-Technik ausgestattet und die Container optimal ausgelastet sind, tragen sie das Think Blue. Zeichen.


Höchste Konzentration: Das Andocken in der Station auf Hallenniveau erfordert höchste Konzentration. Kameras und Sensoren versorgen den Fahrer permanent über das Display mit Informationen. Die Kabine fährt komplett in die Andockstation ein, wo der Fahrer den Container entlädt und mit Leergut belädt.

Die letzten Meter: Das Andockmanöver ist fast geschafft. Der SideBull verleiht dem Container Flügel, sanft schwebt die Fracht in die Andockstation mitten ins Herz der Fertigung. Rings um das komplette Fahrzeug überwachen Scanner den sicheren Ablauf. Bis zu 32 Container pro Schicht können so be- und entladen werden. Der Materialfluss auf kürzestem Weg ist sichergestellt.

INFO

Der Einsatz des SideBull im Werk Wolfsburg basiert auf einer Bachelorarbeit an der Ostfalia Hochschule. Projektleiter Andi Münder hatte seinerzeit im Rahmen seiner Ausbildung (StiP Logistik im Praxisverbund) dieses Thema – unterstützt von seinem Vorgesetzten Harald Krach – in der Logistikplanung wissenschaftlich beleuchtet. Die Planung begann im September 2010. Der Einsatz der Technik in der Automobilbranche ist bisher einzigartig. Größte Herausforderung im Rahmen des Projektes: Das Andockmanöver an einer Fertigungshalle auf Hallenniveau. Münder: „Es erfüllt mich mit Stolz, den SideBull nach der spannenden Entwicklungsphase im Einsatz zu sehen. Wir haben eine neue Ära für die Materialbereitstellung in der Produktion eingeläutet.” Weitere Anwendungsbereiche werden bereits geprüft.