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E-Up! in die Zukunft: 1: Die klar gezeichnete Karosserie des E-Up! hat Kult-Potenzial.

„Die Ikonen von morgen können wir nur schaffen, wenn wir bereit sind, Respekt vor der Tradition zu entwickeln.“ Dies betonte Konzern-Designchef Walter de‘Silva anlässlich der „1. Schloss Bensberg Classics“ (Bericht links). Wie sich Volkswagen die automobile Zukunft vorstellt, zeigten eindrucksvoll die Studie E-Up! und der seriennahe Prototyp des 1-Liter-Autos L1 bei der diesjährigen Internationalen Automobil-Ausstellung in Frankfurt.

Die Zero-Emission-Studie E-Up! basiert auf Modulen der für das Jahr 2011 erwarteten „New Small Family“, ist mit der Länge von 3,19 Metern aber nochmals kompakter.

Angetrieben wird der 135 km/h schnelle 3+1-Sitzer von einem vorn eingebauten 40 kW-Elektromotor mit 60 kW-Spitzenleistung. Die im Unterboden angeordneten Lithium-Ionen-Batterien lassen je nach Fahrweise Distanzen von bis zu 130 Kilometern zu. Betankt wird der E-Up! zu Hause in der Garage, im Parkhaus oder unterwegs an einer der künftigen City-Stromsäulen, die per Chipkarte freigeschaltet werden. Die 1,4 Quadratmeter große Solarzellen-Fläche auf dem Dach kann durch das Herunterklappen der ebenfalls mit Solarzellen bestückten Sonnenblenden vergrößert werden.


2: Blick auf das 1,4 Quadratmeter große Solardach.

Solarzellen speisen dauerhaft Energie in das Bordnetz ein und versorgen beispielsweise die Fahrzeuglüftung, über die der Fahrzeuginnenraum im Stand im Sommer gekühlt werden kann.

Seine technische Innovationskraft hat Volkswagen auch mit dem neuen 1-Liter-Auto L1 unter Beweis gestellt. Das Hybrid-Fahrzeug wiegt dank seiner mit Carbonfasern verstärkten Kunststoff-Karosserie nur 380 Kilogramm und ist mit seinem Durchschnittsverbrauch von 1,38 Litern Diesel das sparsamste Automobil der Welt. Die CO2-Emissionen des 160 km/h schnellen L1 betragen 36 g/km, der leise und vibrationsarme Zweizylinder-TDI- und der E-Motor sowie das Siebengang-DSG befinden sich im Heck des Fahrzeugs.

Die Lithium-Ionen-Batterie in der Fahrzeugfront versorgt den E-Motor mit Energie. Dieser wiederum arbeitet beim Bremsen als Generator und lädt die Batterie auf (Rekuperation). fs

3: Nach dem Parken geht es elektrisch mit dem Roller weiter. Der „E-Scooter“ passt in den Kofferraum.

4: Großzügige Platzverhältnisse auch dank des nach vorn verlagerten Armaturenbretts.

EIN TEAM, EIN 1-LITER-AUTO


Gruppenfoto der L1-Kernmannschaft, stellvertretend für das gesamte Team bei der IAA in Frankfurt.

Ein Team hat sich aufgemacht, das 1-Liter-Auto der zweiten Generation zu bauen: Da sich Technologien und Werkstoffe in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt haben und kos- tengünstigere Konstruktionen erlauben, wurden viele Module des Fahrzeugs von Grund auf neu konzipiert.

Viele Bauteile wurde angepasst oder komplett neu konstruiert, ein neues Fahrwerk mit Alu-Komponenten entwickelt, und vor allem wurde der Leichtbau mit Verwendung von CFK-Materialien (CFK steht für Kohlefaserverstärkte Kunststoffe = Carbon) aus der Formel 1 und dem Flugzeugbau konsequent in dieses Fahrzeug übertragen. Das Monocoque, also die tragende Struktur, besteht wie die Außenhaut aus Carbon und wurde in einem Arbeitsgang im CFK-Technikum des Versuchsbaus in Wolfsburg gefertigt – technisch äußerst anspruchsvoll.

Das Wissen um die besonderen Technologien des Autos und der maßgeschneiderten Werkstoffe wurde deshalb im Projektteam (Foto oben) gebündelt, das den L1 mit viel Engagement und Teamgeist auf die Räder gestellt hat. Die Carbon-Komponenten stammen aus dem CFK-Technikum, und die Experten dort haben auch das Auto aufgebaut.

Auf die Frage, wie sich das 1-Liter-Auto fährt, kommt die Antwort unisono: Wenn man das Gewicht von 380 Kilogramm und die Leistung von 39 PS in Relation setzt, dann hat man die Fahrleistung eines mittelstarken Golf! Eines der Ziele des Projekts war eben auch, ein alltagstaugliches Fahrzeug zu entwickeln, dass sich für den Kunden angenehm und dynamisch fahren lässt. Dabei sind sich alle einig, dass das gelungen sei. Die Performance bei den ersten Testfahrten war jedenfalls gewaltiger als erwartet! fs/bz



Die Sitzanordnung beim 1-Liter-Auto ist wie bei einem Segelflugzeug. Der Einstieg erfolgt über die seitlich öffnende Dachhaube.