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Gebärdendolmetscher unterstützen in Kassel das Training gehörloser Mitarbeiter
Kassel – Das Lean Center im Konzern Vertrieb Original Teile und Service in Kassel bot erstmals ein Training für gehörlose Mitarbeiter an. Zwei Gebärdendolmetscher übersetzten das gesprochene Wort der Trainer in Zeichensprache.


Gebärdendolmetscherin Dorothee Horn (v. l.), Auszubildende Sümeyye Merdivan und Trainer Lars Prager beim Grundfertigkeitentraining.

Sieben gehörlose Mitarbeiter des Volkswagen Standorts in Nordhessen, darunter eine Auszubildende zur Fachkraft für Lagerlogistik, vertieften im Lean Center ihre Grundfertigkeiten. Die Trainer Andre Strippel, Eric Tammen, Thomas Käse und Lars Prager zeigten ihnen, welche Handgriffe auf welche Weise an den Stationen Wareneingang, Lager und Warenausgang vorzunehmen sind. Dabei wurden sie von den Gebärdendolmetscherinnen Dorothee Horn und Susanne Landgraf unterstützt.
Nadil Karahan (29) aus Wolfhagen ist schwerst schwerhörig und begeistert von dem Training: „Mir gefällt es sehr gut, es macht viel Spaß. Man kann uns hier viel genauer erklären, wie wir bestimmte Handgriffe zu tätigen haben.“ Dies komme im Arbeitsalltag manchmal zu kurz.

Begeistert ist auch die Auszubildende Sümeyye Merdivan, für die das Training am Beginn ihres zweiten Lehrjahres eine wertvolle Erfahrung ist. „Ich würde mich freuen, wenn mehr Gehörlose sich für eine Ausbildung bei Volkswagen bewerben würden. Doch zu oft fehlt wohl der Mut.“ Trotz ihrer Einschränkung könne sie die Aufgaben ohne große Probleme meistern. Volker Kramer ist schon fast so etwas wie ein Urgestein. Der 62-Jährige aus Kassel kennt die Prozesse im Depot in- und auswendig und ist dennoch im Training hoch motiviert dabei: „Ich will Erfahrung sammeln und meine Arbeitsabläufe verbessern“, sagt er und ergänzt mit einem Augenzwinkern: „Und ich will meinen Kollegen auch einmal etwas beibringen.“


In kleinen Gruppen schulten die Trainer die gehörlosen Mitarbeiter.

Im Alltag sei er, obwohl vollkommen taub, nur wenig eingeschränkt. Selbst mit neuen Kollegen komme schnell eine gute Kommunikation zustande. Es finde sich immer ein Weg, auch ohne Gebärdendolmetscher. Bestimmte Zeichen, das Anschauen, wenn man miteinander spreche, also das Ablesen von den Lippen, klappe gut.
Und so hatten die vier Trainer auch schnell die gängigsten Zeichen der Gebärdensprache gelernt und gemerkt, dass die sieben Gehörlosen damit durchaus auch mal Schabernack treiben können. Und mit Spaß bei der Sache lernt es sich bekanntlich am besten – in diesem Fall einmal ganz leise. mk


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