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Modularer Querbaukasten: Großserientaugliche Fertigungsanlage wird derzeit erprobt
Kosten senken, und dabei schnell, flexibel und qualitativ hochwertig fertigen – darauf zielt der Einsatz des Modularen Querbaukastens (MQB). Auf MQB-Basis werden in den kommenden Jahren über 30 Modelle der Kompakt- und Mittelklasse im Volkswagen Konzern auf den Markt kommen. Im Werk Wolfsburg wurde kürzlich die erste in Serienanlagen geschweißte MQB-Plattform präsentiert. Die großserientaugliche Fertigungsanlage dazu kommt aus dem Werkzeugbau der Marke Volkswagen in Wolfsburg.


Begutachteten gemeinsam die erste in Serienanlagen geschweißte MQB-Plattorm: (v.l.) Gerd Rupp, Hubert Waltl, Siegfried Fiebig, Michael Macht und Josef Baumert.
Foto: Fotos: MultimediaCentrum / Wecke

Der Modulare Querbaukasten wird ab 2012 das technische Fundament für über 30 Konzernmodelle in den Segmenten A, A0 und B sein. Wesentlicher Vorteil der Baukastenstrategie: die Vernetzung der Marken und Modelle des Konzerns, von der Entwicklung über die Beschaffung bis hin zur Produktion. In der Folge erwartet der Konzern auf Basis des MQB eine Senkung von Stückkosten und Einmalaufwendungen um jeweils 20 Prozent.

Zum Produkt MQB musste eine entsprechende Anlage für die Plattformen entwickelt werden, schon 2007 entstand die erste Idee dazu. „Die Konstruktion dieser Anlage haben wir mit allen Marken im Konzern abgestimmt. Das war die Grundlage für einen späteren weltweiten Einsatz“, erklärt Markus Rössinger, Leiter Kon­struktion Anlagenbau.

Auf der neuen Anlage können später Plattformen für die unterschiedlichen Radstände gefertigt werden, die Mehrmarkenstrategie wird damit erfolgreich umgesetzt. „Wir realisieren hier in Wolfsburg den Prototypen und bringen sowohl die unterschiedlichen Plattformen als auch die Anlage weit vor dem SOP (Start of Production) qualitativ in die Serienreife“, macht Gerd Rupp, Leiter Werkzeugbau Marke Volkswagen, deutlich. Ziel ist es, dass in der Zukunft alle Konzernstandorte, die Fahrzeuge auf MQB-Basis bauen, die einheitliche Anlagentechnik nutzen und diese Serienanlagen dann aus den einzelnen Konzernwerkzeugbauten kommen.

Eine ganz neue Generation der Anlagentechnik

„Wir haben es hier mit einer ganz neuen Generation der Anlagensteuerung zu tun. Allein, was die Elektrik angeht, ist das ein echter Quantensprung“, so Eckhard Ritz, Leiter Anlagenbau. Die neue Technologie beinhaltet auch ein ganz neues so genanntes BUS-System, das einen schnelleren und sicheren Datentransport möglich macht. Wenn eine solche Anlage in Serie läuft, können 60 Plattformen pro Stunde und rund 1200 pro Tag gefertigt werden. Die Anlagen werden aber flexibel an das Produktionsaufkommen des jeweiligen Werks angepasst.

„Für den Standort Wolfsburg ist die MQB-Plattform wichtiger Bestandteil der flexiblen Fabrik. Die Anlagenstruktur ist für die Fertigung unterschiedlicher Radstände und Fahrzeugbreiten ausgelegt und kann damit die jeweiligen Anforderungen im Kompakt- und Mittelklassesegment variabel bedienen“, sagte Werkleiter Siegfried Fiebig, als Produktionsvorstände und Werkmanagement kürzlich die neue Fertigungstechnologie vor Ort in Augenschein nahmen. Auch für Hubert Waltl, Markenvorstand Volkswagen Pkw für Produktion und Logistik, sind die modularen Baukästen ein strategischer Schlüssel, die wachsende Vielfalt an Modellen und Antrieben technologisch und wirtschaftlich zu beherrschen. Waltl: „Mit dem MQB-Serieneinsatz reduzieren wir Fertigungszeit und -komplexität sowie Fahrzeuggewicht und Emissionen.“ Die Erprobung in Wolfsburg läuft auf vollen Touren. Im nächsten Schritt werden sechs weitere Anlagen in ganz ­Europa folgen. mh


Begehung vor Ort: Gerd Rupp (l.) erklärt Mitgliedern aus Vorstand und Werkmanagement die neue Anlagentechnik.

INFO
MQB: Die Vielzahl neuer Fahrzeuge, die in den kommenden Jahren entwickelt werden, erfordert ein Höchstmaß an konzeptioneller Effizienz. Deshalb werden sich die Marken des Volkswagen Konzerns künftig noch stärker aus sogenannten Modulbaukästen bedienen. Damit können die Synergien sowohl zwischen Modellen einer Baureihe als auch baureihenübergreifend erhöht werden. Für die Modelle mit quer eingebautem Motor gibt es ab 2012 den sogenannten Modularen Querbaukasten (MQB), während für Modelle mit längs eingebautem Motor ein Modularer Längsbaukasten (MLB) zur Verfügung steht, der bereits seit 2007 erfolgreich bei Audi im Einsatz ist. Mit dem Baukastenansatz, der konsequenten Weiterentwicklung der markenübergreifenden Plattform- und Modulstrategie, werden Komplexität, Aufwand und Kosten weiter reduziert. Michael Macht, Vorstand der Volkswagen AG für Konzern Produktion: „Der Modulare Querbaukasten wird ein Meilenstein für die markenübergreifende Modulstrategie des Konzerns. Mit dieser variablen Fahrzeugarchitektur erschließen wir die notwendigen Synergiepotenziale, um unsere ehrgeizigen Wachstums- und Renditeziele zu erreichen. Gleichzeitig erhöhen wir die Flexibilität der Automobilfertigung an unseren Standorten.“