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Automatischer Testbetrieb: Dr. Matthias Ullrich an einem der
Batterieprüfstände. Fotos:
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Denksport-Zelle
Das Technologiezentrum Isenbüttel
/ Forschung und Entwicklung für den Antrieb der Zukunft
In Kalifornien fuhr ein blaulackierter
Volkswagen mit Brennstoffzellenantrieb Mitte September bei
der „Fuel Cell Partnership Road Rallye“ von Los
Angeles nach San Diego als erster über die Ziellinie.
Und auch bei der Challenge Bibendum – dem weltgrößten
Wettbewerb für umweltverträgliche Fahrzeuge mit
Zukunftstechnologie – machte der Touran HyMotion auf
dem kürzlich eröffneten Formel-1-Kurs im fernen
Shanghai eine äußerst sportliche Figur und entschied
gleich vier Wertungsprüfungen für sich. Wer wollte,
konnte sogar die Reifen durchdrehen lassen. Die komplexe Antriebseinheit
mit wasserstoffbetriebener Brennstoffzelle und Elektromotor
im Serienfahrzeug untergebracht und lauffähig gemacht
hat ein engagiertes Team um Bernd Ruderisch, seit Mai dieses
Jahres verantwortlicher Bereichsleiter des Technologiezentrums
Isenbüttel. In dem gut gesicherten Gelände nahe
Gifhorn entwickeln seit gut drei Jahren Mitarbeiter aus Forschung
und Entwicklung Schulter an Schulter neue Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge
und führen die bereits Ende der 90er Jahre begonnenen
Aktivitäten rund um die zukunftsweisende Antriebstechnologie
unter einem Dach unter Hochdruck fort.
„Unser Aufgabenspektrum reicht von der Grundlagen- und
Technologieforschung bis hin zum Aufbau von Prototypenfahrzeugen.
Dabei arbeiten wir vernetzt mit den Entwicklungsabteilungen
in Wolfsburg und den einzelnen Konzernmarken zusammen“,
sagt Ruderisch.

Strapazen für den Elektromotor:
Dr. Robert Plikat am Triebstrang-Prüfstand.
Am gesamten Antriebskonzept, angefangen beim Wasserstoffspeicher
über die Brennstoffzelle mit all ihren Komponenten bis
hin zur Leistungselektronik, dem Energiespeicher und dem Elektromotor
werde in Isenbüttel gearbeitet, erklärt der studierte
Energietechniker bei einem Rundgang durch die drei Hallenkomplexe.
Beispiel Brennstoffzelle: Unter strengster
Geheimhaltung wird an der nächsten Brennstoffzellen-Generation
gearbeitet. Besonderes Augenmerk richten die Experten dabei
auf die Brennstoffzellen-Membran, jener Kunststoff-Folie,
die den Austausch der geladenen Teilchen erst möglich
macht. Auf zahlreichen Prüfständen werden unterschiedliche
Membrantypen getestet und auf ihre Lebensdauer und Leistungsfähigkeit
untersucht. „Wir wollen die Betriebstemperatur von 80
auf mindestens 120 Grad erhöhen und bei der Protonenleitung
gänzlich ohne Wasser als ‘Transportmittel’
auskommen. Der Aufwand bei den bisher auf dem Markt bekannten
Konzepten ist zu hoch und die komplexe Technik sehr teuer“,
sagt Hartmut Märtens, Leiter der Brennstoffzellenentwicklung.
Beispiel Wasserstoffspeicher: Um die Reichweite
des Fahrzeugs zu erhöhen, stehen völlig neue Speichertechnologien
auf dem Prüfstand. Eine von vielen technischen Lösungsmöglichkeiten:
Den Druck im hochfesten Tank von 350 auf 700 bar und damit
das Speichervolumen zu erhöhen.
Beispiel Energiespeicher: Moderne Prüfstände
ermöglichen sowohl die Komponentenvermessung als auch
realitätsnahe Dauererprobungen neuartiger Batteriesysteme
mit dynamischen Prüfzyklen und unter variierenden thermischen
Bedingungen.
Beispiel E-Motor und Getriebe: Ein auf die
Anforderungen von Elektromotoren ausgelegter Prüfstand
mit einer maximalen Drehzahl von 16000 Umdrehungen pro Minute
ermöglicht unter hochdynamischen Betriebsbedingungen
die Vermessung von kompletten Triebsträngen für
Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge.

Laboratmosphäre: Membrantypen
werden auf
Leistungsfähigkeit und Lebensdauer untersucht.
„Die große Herausforderung ist es, unter Berücksichtigung
aller kundenrelevanten Aspekte das Gesamtsystem im Fahrzeug
zu optimieren. Bei unseren Aktivitäten fokussieren wir
uns derzeit darauf, im Fahrzeug maximalen Fahrspaß bei
energieoptimalem Betrieb darzustellen“, sagt Peter Lück,
Leiter der Elektrofahrzeugentwicklung.
„Auch wenn erst Ende des nächsten Jahrzehnts mit
nennenswerten Stückzahlen von Brennstoffzellenfahrzeugen
auf den Straßen zu rechnen ist – Volkswagen wird
einen wesentlichen Beitrag leisten, dass sich die Technik
durchsetzt“, so Ruderisch. -fs-
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| Info |
| Die
Brennstoffzelle
In der Brennstoffzelle
wird Wasserstoff (H2) durch eine elektrochemische Reaktion
mit Hilfe von Sauerstoff in Strom umgewandelt. Die einzelnen
Brennstoffzellen-Elemente sind dabei wie ein Sandwich aufgebaut.
In der Mitte befindet sich eine protonenleitende Kunststoff-Folie
(Proton = positiv geladenes Wasserstoffion), auf die beidseitig
Elektroden (Anode und Kathode) aufgebracht sind. Diese Elektroden
bestehen aus einem gasdurchlässigen Material, das mit
einem Edelmetallkatalysator beschichtet ist. Zwei sogenannte
Bipolarplatten, in die feine Gaskanäle eingebracht sind,
trennen die einzelnen Zellen voneinander. Wird auf der einen
Seite der positiven Elektrode (Anode) Wasserstoff durch die
feinen Kanäle geleitetet, so zerlegt der Katalysator
diesen in positive Wasserstoffionen und negativ geladene Elektronen.
Die Protonen wandern durch die Membran hindurch zur negativen
Elektrode (Kathode). Die Anode lädt sich in Folge negativ
auf, da auf ihrer Seite ein Elektronenüberschuß
entsteht. Auf der Kathodenseite nehmen die Sauerstoffmoleküle,
vom Katalysator angeregt, Elektronen auf, wobei sich die Kathode
positiv auflädt. Werden Anode und Kathode nun über
einen äußeren Stromkreis verbunden, kommt es zum
Ladungsausgleich. Die Elektronen fließen von Anode zu
Kathode – es entsteht nutzbare Energie, die zum Antrieb
des Elektromotors genutzt wird. Wasserstoff und Sauerstoff
verbinden sich zu Wasser. Schadstoffe, wie sie beim Verbrennungsmotor
entstehen, fallen nicht an.
Grafik: Volke Kommunikations Design
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