Strapazen: Die Läufer durchquerten bizarre Lavawüsten.
Fotos: privata


Durch Tropendickicht und Lavawüsten


Vier Volkswagen-Mitarbeiter starten beim härtesten Berglauf der Welt auf der Insel Réunion

Schwülheißes Tropendickicht, dann liebliches Weideland, tiefe Schluchten und bizarre Lavawüsten: Die 140 Kilometer lange Laufstrecke führt durch fünf verschiedene Klimazonen, 8100 Höhenmeter sind zu überwinden. „Grand Raid“ heißt der härteste Gebirgslauf der Welt auf der Insel Réunion im Indischen Ozean. „La Diagonale des Fous“, auf Deutsch: Die Diagonale der Verrückten. Zu den Verrückten, die sich die dreitägige Gebirgstortur angetan haben, gehören auch vier Volkswagen-Mitarbeiter.

2042 Läufer aus 20 Ländern sind bei der zwölften Auflage des „Grand Raid“ am Start, die Mehrzahl davon Einheimische. Die Insel Réunion, seit 1946 französisches Überseedepartement, liegt 750 Kilometer östlich von Madagaskar. Es ist Freitag, vier Uhr morgens. In Cap Marchant im Süden der Insel warten vier Volkswagen-Mitarbeiter aus Wolfsburg auf den Startschuss: Design-Mitarbeiter Torsten Bethge (39), Peter Grüning (46) vom Werkzeugbau sowie Dirk Kugel (45) und Bernhard Kracht (50) aus der Instandhaltung.

„Die Idee, hier zu starten, hatten wir in einem Zelt in der Wüste: beim Marathon des Sables 2003“, berichtet Kracht. Auch dieser Lauf hat es in sich: 244 Kilometer in sechs Etappen durch die Sahara. Für die Läufer vom Marathonverein Stüde aber nichts Besonderes. Sie lieben das Extreme: Die Harzquerung (51 Kilometer), der Brockenmarathon, der Müritzlauf (78 Kilometer) und der Omsk-Marathon in Sibirien gehörten zum Vorbereitungsprogramm.


Am Ziel: Bernhard Kracht, Peter Grüning,
Dirk Kugel und Torsten Bethge (v.l.).

Vom Startpunkt geht es nach kurzem „Einlaufen“ gleich richtig bergauf: Zuckerrohrfelder und später dichter Regenwald säumen den Pfad bis zum Kraterrand des „Piton Fornaise“ in 2432 Metern Höhe. Der aktive Vulkan hatte noch im Frühjahr Lava gespuckt und die Insel um 35 Hektar vergrößert. „Die Landschaft gleicht einer Mondoberfläche“, sagt Kracht. „Man könnte hier oben einen Film über die Mondlandung drehen.“
Es geht weiter durch dichten Wald und grüne Wiesen, auf denen Kühe weiden und die ans Allgäu erinnern. Bis auf 1594 Meter geht’s bergab, dann wieder bis in 2206 Meter Höhe bergauf. Anschließend müssen die Läufer einen besonders steilen Abstieg bewältigen, der nur mit Hilfe etlicher Metallleitern möglich ist. „Hier haben viele den ersten Knacks bekommen“, sagt Kracht.

In Cilaos „gönnen“ sich die Stüder eine kurze Ruhepause im nassen Gras. Nach anderthalb Stunden geht die Tortur weiter. Noch einmal 4000 Höhenmeter sind zu erlaufen, ein Anstieg im Dunkeln, Flussüberquerungen auf Trittsteinen. In der zweiten Nacht laufen die Stüder durch. Auf der Strecke liegen andere Teilnehmer in ihren Überlebensdecken mitten im Dreck und schlafen. „Das Schlimmste ist der Schlafentzug. Wir mussten uns gegenseitig immer wieder aufmuntern“, sagt Dirk Kugel.
Einige Geröllpassagen im Dunkeln überwinden die Stüder auf allen Vieren.

Im Morgengrauen des dritten Tages ist ein Ende der Strapazen in Sicht: Das Fußballstadion von St. Denis, der Zielort, ist nur noch einen Kilometer entfernt. Aber der letzte Abstieg aus 500 Metern Höhe erweist sich als Albtraum. „Die Veranstalter haben alle Register gezogen, um unseren Willen zu brechen“, sagt Kracht. „Aber wir haben durchgehalten.“ Am Ziel bekommen die völlig erschöpften, aber glücklichen Stüder ein T-Shirt in die Hand gedrückt: Die Aufschrift: Wir haben überlebt. -me-

 



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