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Das Projekt LagO: Die Suche nach altersgerechten Arbeitsbedingungen in der Produktion / Wertschätzung ist wichtig
HANNOVER – Der Prozess ist nicht mehr aufzuhalten: In zehn Jahren wird die Mehrzahl der Erwerbstätigen in Deutschland um die 50 Jahre alt sein, in zwanzig Jahren wird die Masse der Arbeit von 60-Jährigen erledigt werden müssen. Der Altersstrukturwandel in den Betrieben ist in vollem Gange. Gleichzeitig steigt das Renteneintrittsalter. Länger arbeiten heißt die Devise. Aber geht das so einfach? Experten fordern: Die Arbeitswelt muss sich wandeln!


Altersgerecht: Henning Asche, Mitarbeiter der Kernemacherei, mit einem neuen Hubgestell, das infolge der Befragung zum Projekt LagO angeschafft wurde. Foto: Knoth

Das Projekt LagO (Länger arbeiten in gesunden Organisationen) wurde gestartet, um den demografischen Wandel in der Arbeitswelt zu gestalten. Volkswagen Nutzfahrzeuge (VWN) hat sich dem vom Saarbrücker Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft initiierten Projekt als einer von sechs Kooperationsbetrieben angeschlossen. Seit Mitte des Jahres sind am Standort Hannover rund 300 Arbeitnehmer aus dem Leistungslohnbereich gezielt befragt worden. Die Befragten kamen aus Teilen des Karosseriebaus und aus der Kernemacherei der Gießerei. Die ausgewählten Abteilungen zeichnen sich durch einen vergleichsweise hohen Anteil an älteren Mitarbeitern aus. Als „älter“ definiert wurden alle Beschäftigten jenseits der 50. Die Frage, die sich stellte: Wie müssen Arbeits- und Rahmenbedingungen aussehen, die eine solche, in Zukunft ganz normale Altersstruktur begünstigen?
Die Ergebnisse zeigen, dass es offensichtlich mehrere Faktoren sind, die für ein gesundes und altersgerechtes Arbeitsumfeld verantwortlich sind. Heiko Spieker betreut das Projekt seitens des Betriebsrats, er sieht deutliche Parallelen zwischen den Befunden: „In beiden Abteilungen herrscht ein hohes Maß an Autonomie bei der Arbeit, zudem finden wir dort eine sehr ausgeprägte Kollegialität vor.“

Wichtige Voraussetzung für einen altersgerechten Einsatz von Mitarbeitern ist laut Holger Grabsch, der das Projekt seitens des Personalwesens Hannover leitet, neben dem Zusammenhalt der Kollegen in den Gruppen auch die ergonomische Gestaltung der Arbeitsplätze.

„Wir sind ein beachtliches Stück vorangekommen“
Gesundheitsfördernde Maßnahmen helfen, Älteren die Arbeit zu erleichtern. So wird in der Kernemacherei jetzt mit einem rückenschonenden Hubgestell gearbeitet, im Kar­osseriebau wurden Knieschoner verteilt, andernorts wurde die Lichtsituation verbessert, oder man stattete Mitarbeiter mit speziellem Schuhwerk aus, das der Arbeitssituation besser angepasst ist.

Mitte 2008 soll die Befragung zu Kontrollzwecken wiederholt werden. Insgesamt, so Spieker, sei VWN bei der Bewältigung der mit dem demografischen Wandel einhergehenden Herausforderungen „ein beachtliches Stück vorangekommen“. bb