Herzstück: Die Lackieranlage ist für 40000 Behälter jährlich ausgelegt.


Mit jedem Behälter wächst die Zuversicht

Volkswagen Sarajevo fertigt Teile und Behälter für den Konzern / Kein „Nebenprodukt“

Die Produktion brummte im Werk Sarajevo. 37000 Autos rollten allein im Rekordjahr 1989 vom Band – Golf, Jetta und Caddy. 3500 Menschen arbeiteten damals beim Volkswagen Gemeinschaftsunternehmen TAS. Doch dann kam der Krieg. 1992 musste die Fabrik die Fertigung einstellen, wichtige Anlagen wurden demontiert und für militärische Zwecke ausgeschlachtet. 13 Jahre später wird in den Hallen wieder eifrig gestanzt, geschweißt und lackiert: Wichtigstes Standbein des Werks ist aber nicht mehr die Automobil-, sondern die Teilefertigung und Behälterproduktion. Rund 40000 Universalbehälter treten pro Jahr von Sarajevo aus ihre Reise durch die Volkswagen-Welt an.

„Behälter sind für uns kein Nebenprodukt, sondern genauso wichtig wie das Fahrzeug selbst“, sagt Sead Dervisevic, technischer Geschäftsführer von Volkswagen Sarajevo. „Deshalb gelten für uns auch und gerade in der Behälter-Produktion hohe Qualitätsstandards.“


„Taufe“: Per Schablone erhält der
Behälter seine Typennummer.


Autos werden übrigens in dem Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen und dem Zulieferer „Prevent“ ebenfalls montiert. Die 4000 Fahrzeuge der Marken Volkswagen, Audi und Skoda pro Jahr sind jedoch ausschließlich für den Markt in Bosnien und Herzegowina bestimmt. Ein Export rentiert sich derzeit aufgrund der hohen Zölle nicht. Drittes Geschäftsfeld ist die Teilefertigung: In Sarajevo entstehen Abgasanlagen, Achszapfen, Behälterrohre und Saugrohre.

VW Transport als starker Partner

Die Behälter-Produktion baute Volkswagen Sarajevo ab 2002 gemeinsam mit dem Behältermanagement von Volkswagen Transport auf. Der Kontakt ergab sich, als das Unternehmen den Wolfsburger Logistik-Experten ältere Behälter zum Kauf anbot. „Die Anlagen fehlten zwar, aber die Montagehallen waren nach dem Krieg weitestgehend intakt“, sagt Dr. Petra Spiekermann, Leiterin des Behältermanagements. Für die arbeitsintensive Produktion von Stahlbehältern sei der Standort wie geschaffen, nicht zuletzt wegen der vergleichsweise günstigen Lohnkosten.

Bereits im ersten Jahr (2003) bauten die Mitarbeiter 5000 Behälter, ein Jahr später waren es 21000 und im Jahr 2005 dann 37000 „Großladungsträger“ der Typen 111820 und 111960. Rund 120 der heute 300 Mitarbeiter von Volkswagen Sarajevo sind in der Behälter-Produktion beschäftigt. Für die blaue Farbe sorgt eine neue Lackieranlage, die für 40000 Behälter jährlich ausgelegt ist.

Neue Arbeitsplätze geschaffen

Die Behälter sind universell nutzbar, beispielsweise für Schüttgut, Schrauben, Dämpfungen oder Gussteile. In ihnen wird das Material zwischen Lieferanten und den Fabriken des Volkswagen-Konzerns transportiert. Die Mitarbeiter in Sarajevo stellen rund 20 Prozent aller Stahl-Groß-Behälter her, die für den Bestandserhalt des Behälterpools im Konzern benötigt werden. Vorher hatte Volkswagen Transport die Behälter ausschließlich bei externen Zulieferern in Osteuropa eingekauft. „Jetzt bleiben die Investitionen im Konzern, und sie wurden gleichzeitig zur Schaffung neuer Arbeitsplätze genutzt“, so Spiekermann.
Obwohl Wettbewerber, vor allem aus China, aufholen, blickt Sead Dervisevic optimistisch in die Zukunft. Derzeit verhandelt er mit Volkswagen Transport über weitere Behältertypen.
me


Es geht aufwärts: In den Hallen wird
wieder gestanzt und geschweißt.



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